Börse Tokio
Abe enttäuscht Anleger - Nikkei stürzt ab

Die Anleger in Tokio hatten gespannt auf eine Rede von Shinzo Abe gewartet. Doch der japanischen Ministerpräsidenten konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Der Nikkei sackte in kurzer Zeit um 500 Punkte ab.
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TokioDie Anleger hatten wohl mehr von Shinzo Abe erwartet. Die mit Spannung erwartete Rede des japanischen Ministerpräsidenten über weitere Details des Wachstumsprogramm brachte nicht die erhofften Impulse. An der Börse in Tokio sackte der Nikkei daraufhin innerhalb kurzer Zeit um vier Prozent ab.

In Tokio fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 3,8 Prozent auf 13.014 Punkte. Damit sank das Börsen-Barometer auf den niedrigsten Stand seit sieben Wochen. Trotz der Talfahrt liegt der Nikkei in diesem Jahr noch immer 26 Prozent im Plus; vor zwei Wochen lagen die Jahresgewinne allerdings noch bei mehr als 50 Prozent. Wegen des weltweit billigen Geldes hatten Märkte rund um den Globus zuletzt Rekordstände erklommen.

Ministerpräsident Abe kündigte in seiner Rede über die künftige Wachstumsstrategie eine Stärkung des Pro-Kopf-Einkommens sowie die Schaffung von Sonderwirtschafszonen an, um ausländische Technologiekonzerne, Arbeitskräfte und Fonds anzulocken. Abe hat es sich zum Ziel gesetzt, die Deflation und wirtschaftliche Stagnation zu beenden, mit der die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft seit Jahren kämpft. Anleger zeigten sich gleichwohl enttäuscht, weil Abe nichts Überraschendes ankündigte.

"Wir werden unsere Erwartungen an Abenomics korrigieren müssen", sagte Ayako Sera, Anlagestratege bei Sumitomo Mitsui Trust Bank, die rund 325 Milliarden Dollar verwaltet. "Die Initiative geht nicht weit genug. Die Richtung ist die richtige. Aber alle Aussagen richten sich auf die ferne Zukunft. Es sieht so aus, als gehe es nur langsam voran."

Auch an den übrigen Börsen in Fernost ging es bergab. Anleger sorgten sich vor einem baldigen Ende der lockeren Geldpolitik in den USA. Zudem herrschte Ungewissheit wegen des am Freitag erwarteten US-Arbeitsmarktberichts. Dessen Ergebnis wird entscheidend in die Konjunkturbewertung der US-Notenbank einfließen. "Die Sorge vor einem Ende der Fed-Impulse lässt die asiatischen Aktien sinken, weil Angst herrscht, dass das viele hier investierte Geld abfließen könnte; obwohl eine Erholung der US-Wirtschaft als positiv für die exportabhängigen asiatischen Länder gesehen werden sollte", sagte Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities.

Auch der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag mehr als ein Prozent im Minus. Der Index fiel damit auf den niedrigsten Stand seit rund sechs Monaten. Der Euro tendierte am Mittwoch im fernöstlichen Handel weitgehend unverändert zum Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,3088 Dollar nach 1,3080 Dollar im späten US-Handel am Dienstag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Abe enttäuscht Anleger - Nikkei stürzt ab"

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  • 'Was wäre gewesen, hätte Abe eine Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens von 10% in 3 Jahren in Aussicht gestellt?
    Ein Kursplus von 4 %?'

    Das hätte wohl heute auch nichts geändert - die Erwartungen waren schließlich so hoch, dass sie nur enttäuscht werden konnten. Es hatten sich wohl manche eine Lockerung des Kündigungsschutzes erhofft.

    Das wird und muss kommen. Es ist vielleicht vor den Wahlen im Juli nicht die beste Strategie, erstmal mit Entlassungen zu drohen;)

  • HEISSA, DIE WALDFEE!
    Was wäre gewesen, hätte Abe eine Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens von 10% in 3 Jahren in Aussicht gestellt?
    Ein Kursplus von 4 %?
    Japan befindet sich in einer wirtschaftspolitischen Wüste, in der die Erzeugung von Wind nicht gelingt, allenfalls laue Lüfte!
    Und die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen, mit Verlaub, sind dann doch eher etwas für die EU.

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