Börse Tokio: Abe-Wahl gibt Nikkei kräftig Rückenwind

Börse Tokio
Abe-Wahl gibt Nikkei kräftig Rückenwind

Die asiatischen Börsen haben mit Kursaufschlägen auf die Wahl von LDP-Chef Shinzo Abe zum neuen Ministerpräsidenten Japans reagiert. Der Yen geriet unter Druck. Vor allem exportorientierte Werte waren gefragt.
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TokioDer japanische Leitindex Nikkei ging deutlich fester aus dem Handel: Er gewann knapp 1,5 Prozent auf ein Neunmonatshoch bei 10.230 Punkten und näherte sich damit dem Jahreshoch von 10.255 Zählern. In den vergangenen sechs Wochen hat der Nikkei damit mehr als 17 Prozent zugelegt. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,2 Prozent auf 847 Stellen zu.

Anleger setzten darauf, dass Abe seine Ankündigungen umsetzt und die Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringt. Zur Freude der Investoren war zudem die Landeswährung Yen so billig wie seit 20 Monaten nicht mehr. Der Kurs des Yen fiel auf den niedrigsten Stand zum Dollar seit April 2011. Ein Dollar kostete zeitweise nur 85,36 Yen. Zum Euro verlor der Yen rund 0,9 Prozent und notierte mit 112,71 Yen. Damit könnten exportorientierte Unternehmen höhere Gewinne einfahren als bislang erwartet.

Abe gilt als wirtschaftsfreundlicher Politiker und hat bereits staatliche Konjunkturprogramme angekündigt, um die schleppende japanische Wirtschaft zu beleben. Es wird zudem erwartet, dass die neue japanische Regierung unter Abe eine extrem lockere Geldpolitik fahren wird. Die auf Abe gesetzten Hoffnungen für eine weitere Lockerung der Geldpolitik zur Ankurbelung der Wirtschaft dürfte den Nikkei für den Rest des Jahres und bis in den Februar hinein stärken, sagte Analyst Kenji Shiomura von Daiwa Securities.

An anderen Börsenplätzen Asiens lag das Augenmerk von Investoren weiterhin auf dem US-Haushaltsstreit. US-Präsident Barack Obama kehrt wegen des erbittert geführten Streits früher aus dem Weihnachtsurlaub zurück. Bis zum 31. Dezember muss eine Lösung gefunden werden, ansonsten treten massive Steueranhebungen und Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand in Kraft. Das könnte die USA in eine Rezession stürzen und in der Folge auch die Weltwirtschaft deutlich belasten. "Ich denke, die Chancen, dass die Fiskalklippe in irgendeiner Form bis Jahresende umschifft wird, stehen Fifty Fifty", sagte Analyst Tomoaki Shishido von Nomura Securities. Der MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans notierte nahezu unverändert. Wie auch in Europa hatten viele Handelsplätze in Fernost wegen der Feiertage geschlossen. In den USA wird am Mittwoch wieder gehandelt.

Wegen des schwächeren Yen legten vor allem Exportwerte zu. Nissan Motor-Papiere gewannen zwei Prozent, Toyota 1,3 und Sony vier Prozent. Auch Papiere aus dem Finanz-Sektor und dem Immobilien-Bereich stiegen angesichts der erwarteten lockeren Geldpolitik.

 

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