Börse Tokio
Angst vor Bernanke drückt Aktien in Asien

Die Anleger in Japan sind zunächst optimistisch gestimmt, doch nachmittags dominieren Gewinnmitnahmen. Vor allem Verluste an den chinesischen Börsen belasten.
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TokioDie Lage auf dem US-Arbeitsmarkt lässt ein Ende der ultralockeren Geldpolitik der Fed näher rücken und hat so Asiens Börsen ins Minus gedrückt. Im Juni wurden überraschend viele neue Jobs geschaffen, was Spekulationen schürt, dass die Währungshüter um Ben Bernanke in den kommenden Monaten das Tempo der Staatsanleihenkäufe drosseln könnten.

Chinas Börsen gerieten unter Druck, weil die Regierung in Peking Branchen mit Überkapazitäten den Geldhahn zudrehen will. "Das Geld im Markt wird derzeit nur sehr kurzfristig angelegt", sagte Jackson Wong, Vizepräsident für das Aktiengeschäft bei Tanrich Securities in Hongkong. "Die meisten Investoren haben die Hoffnung auf Konjunkturstützen aus Peking aufgegeben, aber jetzt sieht es so aus, dass sie strengere Regeln beim Umbau der Wirtschaft auflegen."

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien außerhalb Japans verlor 1,7 Prozent. Chinesische Aktien verloren knapp 2,2 Prozent, der Index der Börse Hongkong gab 2,1 Prozent nach. Von Reuters befragte Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass das Wachstum in China von April bis Juni auf 7,5 Prozent zurückgegangen ist.

Eine schwächere Nachfrage dürfte die Industrieproduktion und die Investitionen belasten. Chinas Regierung treibt ungeachtet des langsameren Wachstums den Umbau der Wirtschaft voran und will nun Unternehmen keine neuen Kredite mehr geben, deren Branchen von Überkapazitäten geprägt sind - außer, sie geben ihr Geschäft auf. Seit Jahresbeginn hat der CSI300 bereits 15 Prozent an Wert verloren.

Die Schwäche in China belastete auch Japans Börsen. Der Nikkei-Index verlor 1,4 Prozent auf 14.109 Punkte. Zu den Verlieren gehörten die Aktien von Softbank mit einem Minus von 3,4 Prozent, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's die Bewertung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau gesenkt hatte. Grund ist das höhere Gebot für den US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel und der damit verbundene Plan, auch einen Anteil von Clearwire zu erwerben.

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