Börse Tokio
Anleger freuen sich mit Papandreou

Die Stimmung an den japanischen Börsen ist bestens. Nachrichten vom Vertrauensvotum für den griechischen Regierungschef führen bis zum Börsenschluss zu erklecklichen Gewinnen. Vor allem Bankentitel legen zu.
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TokioWachsende Hoffnung auf ein weiteres Rettungspaket für Griechenland hat am Mittwoch die Börsen in Fernost beflügelt: Nach der gewonnenen Vertrauensabstimmung in Athen verbuchte der Aktienmarkt in Tokio den dritten Handelstag in Folge Gewinne.

Vor allem Bankenwerte legten zu, nachdem das griechische Parlament der sozialistischen Regierung Rückendeckung für den mit EU und IWF vereinbarten Sparkurs gegeben hatte, womit ein Zahlungsausfall des Euro-Landes vorerst vermieden werden kann.  

Der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei stieg um knapp 1,8 Prozent auf 9629 Zähler. Der breiter gefasste Topix Index kletterte um 1,6 Prozent auf 828 Zähler.

Auch die übrigen Märkte in Fernost tendierten positiv. Dabei legten die Börsen in Hongkong und Südkorea stärker zu als die Märkte in Shanghai, Singapur und Taiwan, die nur leichte Kursgewinne verbuchten.  „Der Markt legt wegen Griechenland zu“, sagte Mitsushige Akino von Ichiyoshi Investment Management. „Aber das ist nur ein vorübergehender Anstieg. Die fundamentalen Bedingungen haben sich nicht verändert.“

Zahlreiche Volkswirte halten den griechischen Schuldenberg für zu hoch, als dass er ohne Umschuldung abzutragen wäre. Mit der Vertrauensabstimmung hat die Regierung in Athen aber eine wichtige Hürde genommen, um Ende Juni ein zusätzliches Sparpaket durch das Parlament zu bekommen, was eine Bedingung für weitere Hilfen von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds ist.

Vor allem Bankentitel profitierten von dem neuen Optimismus: In Tokio kletterte der Index der Bankenwerte um 2,2 Prozent. Der Kurs von Japans größtem Institut nach Vermögenswerten, der Mitsubishi UFJ Financial Group, legte sogar um fast 2,5 Prozent zu.

Ansonsten herrschte in Tokio Vorsicht im Vorfeld der Zinssitzung der US-Notenbank am Abend. Es wird erwartet, dass sich Fed-Chef Ben Bernanke skeptisch zur Erholung der größten Volkswirtschaft äußert, von der zahlreiche japanische Exporteure abhängig sind.

Chinas größter Online-Händler Alibaba legte dank der Aussicht auf eine Einigung beim Streit um sein Bezahlsystem mit US-Internetkonzern Yahoo um über sechs Prozent zu. Zuvor hatten die beiden Konzerne mitgeteilt, sie machten „substanzielle und ermutigende Fortschritte“ in Richtung eines Abkommens über das Internet-Bezahlsystem Alipay. Alipay soll in den Besitz von Alibaba-Chef Jack Ma übergehen. Nach Angaben der Alibaba Gruppe ist der Transfer notwendig, um chinesischen Auflagen zu entsprechen, die eine ausländische Beteiligung bei Internetbezahldiensten beschränken. Yahoo hält 43 Prozent an Alibaba und hatte kritisierte, überrumpelt worden zu sein.  

Der Euro stabilisierte sich und lag bei 1,4406 Dollar, nachdem er am vergangenen Donnerstag ein Tief von 1,4073 Dollar erreicht hatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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