Börse Tokio
Anleger in Asien setzen auf billiges Geld

Zum ersten Mal seit fünf Jahren hat der Nikkei-Index den Sprung über die Marke von 15.500 Punkten geschafft. Positiv wirkte, dass die Geldpolitik in Japan locker bleibt. Besonders griffen die Händler bei Sony zu.
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TokioDie Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in den USA und Japan hat am Mittwoch überwiegend für positive Stimmung an den Börsen in Asien gesorgt. Vor einer Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor einem Kongressausschuss dämpften zwei hochrangige Vertreter der Federal Reserve die Erwartung, die massiven Anleihekäufe könnten bereits früher zurückgefahren werden als gedacht.

Anleger habe dies wieder zum Kauf von Aktien ermutigt, sagten Händler. Die Bestätigung der japanischen Notenbank, ihre Geldpolitik unvermindert locker zu halten, sowie ihr optimistischerer Ausblick für die heimische Wirtschaft trieben zudem den Aktienmarkt in Tokio an. "Investoren hören einfach nicht auf zu kaufen", beschrieb Kenichi Hirano von Tachibana Securities die Stimmung am Markt.

Der Nikkei schloss 1,6 Prozent höher bei 15.627 Punkten. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans tendierte - nach Verlusten am Vortag - zunächst leicht im Plus, drehte dann aber erneut ins Minus. In Südkorea ging es um 0,6 Prozent nach oben, in Taiwan legte der Leitindex 0,2 Prozent zu, Singapur verbuchte ein Plus von knapp 0,4 Prozent. Dagegen notierten die Börsen in Hongkong und Shanghai tiefer.

Einstimmig bekräftigten die Notenbanker in Tokio ihren Kurs, durch Öffnung der Geldschleusen die Wirtschaft anzuschieben. Im Kampf gegen die Deflation wollen sie die Geldbasis jährlich um 60 bis 70 Billionen Yen (495 bis 577 Milliarden Euro) aufstocken. Erklärtes Ziel der Notenbank ist es zudem, innerhalb der nächsten zwei Jahre den Preisverfall hinter sich zu lassen und eine Teuerungsrate von zwei Prozent zu erreichen.

Zugleich hob die Bank of Japan ihre Konjunkturprognose an. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt habe angefangen, sich zu erholen. So gingen die wichtigen Exporte nicht mehr zurück. Der im Zuge der lockeren Geldpolitik abgeschwächte Yen gab den Ausfuhren des Landes Auftrieb, teilte das Finanzministerium mit. Sie legten den zweiten Monat in Folge zu. Allerdings nicht so stark wie Analysten erwartet hatten.

Zu den größten Gewinnern in Tokio gehörten die Aktien von Sony. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Elektronikkonzern eine von seinem Großaktionär Third Point vorgeschlagene Aufspaltung prüfen. Bei Anlegern kam das gut an, sie griffen beherzt zu. Die Papiere schossen zeitweise um neun Prozent in die Höhe und gingen mit einem Plus von knapp sechs Prozent aus dem Handel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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