Börse Tokio
Anleger in Asien sind optimistisch

Beflügelt von einer möglichen Lösung des Griechenland-Dramas hat die Börse in Japan positiv reagiert. Nikkei und Topix legen zu. Gefragt waren vor allem Energiewerte.
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TokioDie Aussicht auf grünes Licht für das neue Sparpaket der griechischen Regierung hat die Börsen in Fernost angetrieben. Die Anleger zeigten sich überwiegend optimistisch, dass das griechische Parlament dem für neue Hilfszahlungen notwendigen Sparplan zustimmen wird. Allerdings dämpfte die nach wie vor herrschende Unsicherheit über eine langfristige Lösung der Schuldenkrise die Kauflaune der Investoren. Der Euro zeigte sich vor der Abstimmung in Griechenland stabil. Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung auch durch Äußerungen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet, die Analysten als Hinweis auf eine Zinserhöhung im Juli werteten.

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei mit einem Plus von 1,54 Prozent auf 9797 Zähler aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix Index lag 1,66 Prozent höher bei 844 Zählern. Positiv tendierten auch die Börsen in Südkorea und Taiwan sowie die Märkte in Hongkong und Singapur. Verluste verbuchte dagegen die Börse in Shanghai. Hier zogen vor allem Banktitel den Index ins Minus, nachdem Medienberichte die Sorgen über die restriktiven Kreditvergabemöglichkeiten chinesischer Banken angefacht hatten.

„Es herrscht vorsichtiger Optimismus vor den Abstimmungen in Griechenland in dieser Woche“, sagte Fondsmanager Hiroaki Osakabe. In Athen stimmt das Parlament im Laufe des Mittwochs über die geplanten Leistungskürzungen, Steuererhöhungen und Privatisierungen ab. Eine weitere Abstimmung über das Paket folgt am Donnerstag. Sollte das Programm keine Mehrheit finden, droht Griechenland die Pleite.

Positiv wirkten sich auch die Zahlen zur Industrieproduktion in Japan aus, die für Mai den höchsten Zuwachs seit fast 60 Jahren verbuchen konnten. Damit erhärtete sich die Hoffnung der Bank of Japan, dass sich die Wirtschaft nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe bis zum Jahresende wieder erholen wird und damit weniger auf billiges Geld angewiesen ist.

In Tokio zählten vor allem Aktien von Energieunternehmen zu den Gewinnern. Die Zeitung „Nikkei“ hatte zuvor berichtet, die Opposition wolle erreichen, dass nicht andere Energiekonzerne für Schadenersatzzahlungen an die Opfer der Atomkatastrophe hinzugezogen werden. Die beiden Stromkonzerne Kansai Electric Power sowie Chubu Electric Power legten beide rund vier Prozent zu. Auch die Aktien der Betreiberfirma des Katastrophen-Reaktors in Fukushima, Tepco, schlossen fast drei Prozent im Plus, nachdem eine Aktionärsversammlung am Tag zuvor eine Abkehr von der Atomtechnologie abgelehnt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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