Börse Tokio
Anleger in Asien warten auf Krisenfahrplan

Die anhaltende Unsicherheit über weitere Schritte zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise hat am Dienstag den japanischen Aktienmarkt gebremst. Die Börsianer hoffen auf Signale der Europäischen Zentralbank.
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TokioDie anhaltende Unsicherheit über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise hat am Dienstag die Aktienmärkte in Fernost gebremst. An den Märkten hielten sich aber Hoffnungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) durch die Wiederaufnahme von Staatsanleihen-Käufen zur Eindämmung der Schuldenprobleme beiträgt. Die Notenbank wies allerdings einen Pressebericht zurück, wonach sie bei künftigen Bond-Käufen die Festlegung von Zinsschwellen für jedes Euro-Land erwägt. Nach der jüngsten Kursrally warteten Investoren nun auf Äußerungen der europäischen Politik zum Krisenfahrplan, sagte Stefan Worrall von Credit Suisse.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent tiefer bei 9156 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,1 Prozent auf 765 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notiert 0,4 Prozent höher. Kursgewinne von LCD-Herstellern verhalfen der Börse in Taiwan zu einem Zuwachs von einem Prozent. Weitgehend unverändert notierten dagegen die Märkte in Singapur, Shanghai und Südkorea. Nach unten gingen die Kurse in Hongkong.

"Diese gegenwärtige, unheimliche Ruhe spiegelt die Übergangsphase der Märkte wider, die nach negativen Reaktionen auf Beschlüsse in der Vergangenheit nun auf neu Impulse warten", sagte Fukoku Capital Management-Chef Yuuki Sakurai. Im Fokus stünden insbesondere Äußerungen aus Deutschland, da vor allem die deutsche Unterstützung für den Euro zur Beruhigung der Märkte beitrage. Impulse erwarten Investoren unter anderem vom Besuch des griechischen Regierungschefs Antonis Samaras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende der Woche. Der Euro präsentierte sich in Fernost mit Kursen um 1,2363 Dollar stabil.

Unter den Einzelwerten in Tokio stachen Sharp-Aktien heraus, die fast drei Prozent zulegten. Einem Zeitungsbericht zufolge strebt der angeschlagene Elektronikkonzern den Abbau von 3000 weiteren Stellen auf dann 8000 an. Das wären 15 Prozent der Gesamtbelegschaft. 3000 Arbeitsplätze sollten durch den Verkauf von zwei TV-Fabriken in China und Mexiko wegfallen, hieß es.

Zu den Kursgewinnern zählten auch Aktien von Verbrauchermarkt-Betreibern wie Seven & I Holdings, Lawson und FamilyMart, die zwischen ein und 1,5 Prozent zulegten. Auch die Kurse von Mobilfunkunternehmen zogen an: Softbank um 1,4 Prozent, NTT DoCoMo um 0,5 Prozent.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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