Börse Tokio
Anleger in Japan schieben die Krim-Krise beiseite

Die japanische Börse nimmt die guten Vorgaben aus den USA auf. Die Aktienkurse legen mehr als ein Prozent zu. Anleger achten mehr auf die US-Konjunktur als die Krise in der Ukraine.
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TokioDie japanische Börse hat am Dienstag klar im Plus tendiert. Anleger zeigten sich risikofreudiger, nachdem das umstrittene Referendum auf der Krim über eine Abspaltung von der Ukraine relativ friedlich abgelaufen war.

Händler äußerten sich zudem zuversichtlich, dass auch die Sanktionen, die die EU und die USA nach der Volksabstimmung gegen Russland erließen, noch zu moderat seien, als dass die Krise dadurch weiter dramatisch eskalieren werde. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte gegen Mittag in Tokio 1,1 Prozent zu auf 14.432 Punkte. Nachmittags sind es sogar plus 1,4 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,9 Prozent auf 1165 Zähler.

Da unmittelbar kein militärischer Konflikt auszubrechen drohe, richte sich das Augenmerk wieder mehr auf die Konjunkturentwicklung in den USA, sagten Händler. Mit Spannung wurden auf Neuigkeiten der US-Notenbank gewartet, die sich nach einer zweitägigen Sitzung am Mittwoch äußern will. Börsianer rechnen fest damit, dass die Fed eine weitere Reduzierung ihrer monatlichen Wertpapierkäufe ankündigen wird.

Viele deutsche Außenhändler setzen einer Studie zufolge vor allem auf anziehende Geschäfte mit Schwellenländern. "Die Emerging Markets bieten den deutschen Unternehmen weiterhin die größten Wachstumschancen", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Großbank HSBC unter rund 300 Firmen.

Denn die Mittelschicht in Ländern wie China und Brasilien werde zunehmend größer und mit ihr auch die Nachfrage nach Konsumgütern sowie Maschinen und Anlagen. Davon könnten deutsche Exporteure profitieren, da die Industrie im Technologie-Sektor gut aufgestellt sei. Der weltweite Handel mit Hightech-Produkten wiederum werde bis 2030 mit neun Prozent jährlich überdurchschnittlich stark wachsen, wie aus einer HSBC-Umfrage unter 5500 Händlern aus 23 Ländern hervorgeht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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