Börse Tokio
Asiatische Anleger greifen wieder zu

Nach dem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs und der EZB-Sitzung herrscht auf den asiatischen Märkten bessere Stimmung. Die Beschlüsse sowie positive Neuigkeiten aus den USA, lassen den Nikkei-Index steigen.
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TokioDie Beschlüsse des EU-Gipfels zur Bewältigung der Schuldenkrise haben die Tokioter Aktienmärkte beruhigt. Die Einigung auf eine stärkere wirtschaftliche Integration sorgte für Zuversicht. Vor allem aber animierten die Kursgewinne in Europa und an der Wall Street am Freitag die Anleger zum Kauf. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte eine Stunde vor Handelsschluss bei 8,676 Punkten 1,65 Prozent höher als zum Wochenschluss. Der breit gefasste Topix verbesserte sich um 1,4 Prozent auf 748 Zähler.

„Derzeit bewertet der Markt dies als einen Schritt nach vorn, als Verbesserung in der Schuldenproblematik Europas. Zudem gibt es positive Neuigkeiten aus den USA, die darauf hindeuten, dass sich die US-Wirtschaft erholt“, fasste Analyst Hiroichi Nishi von SMBC die guten Nachrichten zusammen. In den USA war das Verbrauchervertrauen zuletzt auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen.

Aktien von Toyota legten 1,3 Prozent zu. Der Autohersteller schraubte am Freitag seine Gewinnerwartungen wegen der Thailand-Flut zurück. Analysten begrüßten den Fakt, dass der Konzern die Ausmaße der Schäden durch die Überschwemmungen nun genau beziffern könne. Dies sei ein gutes Zeichen und zeige, dass sich Toyota auf dem Weg der Erholung befinde.

Die Olympus- Aktie legte sogar fast vier Prozent zu. Der frühere Chef Michael Woodford will am Dienstag nach Japan zurückkehren, um Beratungen über ein neues Vorstandsteam für den skandalumwitterten Kamerahersteller zu führen.

Die anderen asiatischen Aktienmärkten zeigten sich zum Wochenauftakt ebenfalls freundlich. In Hongkong stieg der Hang-Seng-Index um 1,4 Prozent, in Korea gewann der Kospi-Index 1,3 Prozent. Lediglich die chinesischen Festlandbörsen entwickelten sich gegen den Trend. Der CSI-300-Index der Börsen in Schanghai und Shenzhen verlor am Morgen 0,5 Prozent an Wert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Asiatische Anleger greifen wieder zu"

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  • wünschenswert wäre, wenn endlich auch mal die US Exporte ansteigen, und einen positiven Leistungsbilanz Überschuss zeigen und nicht bis einer Ewigkeit auf Kosten der ganzen Welt zu leben und nur Schulden produzieren

  • Man freut sich über einen kompetenten Beitrag eines studierten Ökonomen, danke ;)
    Vorsicht ist weiterhin bei US Handelsdefizit geboten: Schupfung zeigt entweder US Autarkie, oder US sindedes BIP. (Exporte sinken schneller als Importe: So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 1,6 Prozent auf 43,5 Mrd. US-Dollar reduziert, während Volkswirte 44,0 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im September wurde ein Passivsaldo von revidiert 44,2 (vorläufig: 43,1) Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei sanken die Exporte binnen Monatsfrist um 0,8 Prozent auf 179,2 Mrd. US-Dollar. Die Importe gingen um 1,0 Prozent zurück auf 222,6 Mrd. US-Dollar. )
    Und Richtung China steigt weiterhin der Passivsaldo: eim Außenhandel mit China wuchs der Passivsaldo auf 28,1 Mrd. US-Dollar, nach 25,7 Mrd. US-Dollar im Vorjahresmonat.

  • Man kann sich über die Beruhigung am asiatischen Markt freuen, der Grund liegt aber nicht an den Beschlüsse beim Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs und der EZB-Sitzung, sondern an den positiven Neuigkeiten aus den USA.
    Das wahre Problem, die Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Währungsunion und die daraus resultierende Haushaltdefizite, ist nicht angegangen worden.
    Währen Deutschland ein Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,70,- braucht, wäre ein Wechselkurs von 1,20,- zum US-Dollar für die Mehrheit der Euroländer richtig.
    Nur über eine zentrale Steuerbehörde, wie in de Schweiz oder Kanada oder USA, ließen sich diese Probleme beseitigen.
    Deutschland, mit einem Leistungsbilanzüberschuss von 14 Milliarden im Monat ist der Hauptverursacher dieser Unwucht.
    Hier wären Vertragsänderungen dringend nötig wenn der Euro überleben soll.
    Die Wirtschaftsdivergenzen zwischen schwachen und starken Wirtschaften nehmen zu.
    Dass dies nicht wünschenswert ist muss nicht betont werden.

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