Börse Tokio
Autoaktien treiben Nikkei an

Die Japaner hoffen auf eine Lösung der europäischen Schuldenkrise. Sie wollen sich unter Umständen an einer Euro-Rettung beteiligen. Die Aktienkurse in Tokio legen kräftig zu. Besonders profitiert die Autobranche.
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TokioWieder aufkeimende Hoffnung auf eine Lösung der europäischen Schuldenkrise hat am Dienstag den asiatischen Börsen Auftrieb gegeben. Die herben Verluste des Vortags konnten so zum Teil mehr als ausgeglichen werden. Der Optimismus basierte unter anderem auf einem Bericht des TV-Senders CNBC, in dem von deutlichen Fortschritten in den Gesprächen über eine Stärkung des Euro-Rettungsschirms EFSF die Rede war. Dies hatte bereits die Wall Street kurz vor Handelsende nach oben gezogen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte um 2,82 Prozent auf 8609 Punkte nach oben. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 2,7 Prozent auf 748 Zähler zu. Auch der chinesische Leitindex sowie die Märkte in Singapur und Hongkong lagen deutlich im Plus. Die höchsten Zuwächse konnte Südkorea mit einem Zuwachs von rund fünf Prozent verbuchen. In Taiwan und Australien ging es um über drei Prozent nach oben.

Der Sender CNBC hatte von Plänen berichtet, die eine doppelte Verwendung von EFSF-Geldern vorsehen. Demnach sollen damit zum einen die Kapitalpolster der Banken aufgebessert werden. Zum anderen sollen sie als Gründungskapital für eine Zweckgesellschaft dienen, die von der Europäischen Investitionsbank (EIB) ins Leben gerufen werden soll. Auch Schnäppchenjäger trugen zu der Rally bei. Dienstag war der letzte Tag für Anleger, an denen sie die meisten japanischen Werte kaufen und sich noch für das Halbjahr von April bis September eine Dividende sichern konnten.

„Die Märkte gewinnen mehr Vertrauen bezüglich des Aktionsplans in Europa, was positiv ist...“, sagte Greg Gibbs von RBS in Sydney. Negativ falle dagegen die Suche der Märkte nach einer Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) ins Gewicht. Auch der Euro profitierte von der Hoffnung auf eine näher rückende Lösung der europäischen Schuldenkrise. Er notierte bei 1,3548 Dollar, nach 1,3527 Dollar im späten New Yorker Handel am Montag.

Bei den Einzelwerten interessierten sich Börsianer vor allem für Unternehmen aus der Autobranche. Nissan- und Renault-Chef Carlos Ghosn hatte in einem Interview mit Reuters angekündigt, dass der weltweite Autoabsatz im laufenden Jahr einen Rekordwert erreicht. Das Nissan -Papier legte um 4,5 Prozent zu. Auch Konkurrenten profitierten von der Aussage. Toyota -Aktien gewannen rund drei Prozent. Nach den herben Verlusten vom Vortag verteuerten sich Panasonic -Anteilsscheine wieder um fast fünf Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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