Börse Tokio
Berg- und Talfahrt am japanischen Aktienmarkt

Erst runter, dann rauf und dann doch wieder runter: Die Investoren in Japan gehen durch ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende schließt der Nikkei-Index unter 9.000 Punkten. LG Electronics verdient überraschend gut.
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TokioEnttäuschende Bilanzen von US-Konzernen haben am Mittwoch den japanischen Aktienmarkt belastet. Investoren sorgten sich um die Gewinnaussichten für die heimischen Unternehmen und strichen nach sieben Tagen im Plus Gewinne ein.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index sank bereits im frühen Handel 0,6 Prozent auf 8963 Punkte, erholte sich dann aber wieder deutlich über 9.000 Punkte und verbuchte sogar Gewinne gegenüber dem Vortag. Doch am Ende setzten sich die Optimisten nicht durch. Der Nikkei-Index schloss 0,67 Prozent tiefer bei 8.954 Punkten.

Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,8 Prozent auf 743 Zähler. Auch die Märkte in Südkorea, Taiwan , Hongkong und Australien tendierten schwächer. In Singapur und Shanghai notierten die Barometer dagegen wenig verändert.

Einer Umfrage der Großbank HSBC zufolge hat sich Chinas Industrie im Oktober wieder erholt. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg mit 49,1 auf den höchsten Wert seit drei Monaten. Zusätzlich signalisierten gut gefüllte Auftragsbücher einen wieder an Fahrt aufnehmenden Aufschwung.

Exporttitel standen auf den Verkaufszetteln. So verloren die Autokonzerne Toyota und Honda je rund ein Prozent. Canon -Aktien gaben 1,6 Prozent ab. Zuvor hatte der US-Rivale Xerox einen schwächer als erwarteten Umsatz im dritten Quartal ausgewiesen und die Gewinnaussichten für das Gesamtjahr schlechter eingeschätzt.

Positiv hoben sich dagegen die Papiere des angeschlagenen Elektronikkonzerns Sharp ab: Die Japaner starteten den Verkauf eines zusammen mit der taiwanischen Firma Hon Hai Precision Industry produzierten Smartphones in China. Sharp-Aktien, die in diesem Jahr drei Viertel an Wert eingebüßt haben, legten nach der Mitteilung um mehr als sechs Prozent zu.

Das Geschäft mit hochwertigen Mobiltelefonen hat dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG Electronics ein überraschend hohes Ergebnis beschert. Wie der Elektronikkonzern am Mittwoch mitteilte, stand im dritten Quartal ein operativer Gewinn von umgerechnet 154 Millionen Euro in den Büchern, nach einem Verlust vor Jahresfrist.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Plus von 120 Millionen Euro gerechnet. Vor allem in der Sparte Mobiltelefone schafften die Koreaner eine Kehrtwende. Das Ergebnis des TV-Geschäfts stagnierte dagegen.

LG hatte zuletzt die Konkurrenz durch Smartphones wie Apples iPhone und Samsungs Galaxy deutlich zu spüren bekommen und versucht, mit neuen Telefonen wie dem Optimus G und Optimus Vu II den Anschluss zu finden. Die Zahlen kamen bei den Investoren gut an. In einem schwachen Marktumfeld legten die LG Electronics-Papiere mehr als zwei Prozent zu.

Der Euro pendelte um 1,2985 Dollar. Die schwachen Konzernberichte hätten Sorgen über die globalen Wachstumsaussichten verschärft, hieß es in einem Analysten-Kommentar von BNP Paribas. Zudem bliebe die Frage offen, ob Spanien als ganzes Land einen Hilfsantrag an seine Euro-Partner stelle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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