Börse Tokio
Bernanke dämpft die Stimmung in Fernost

Die Aktienkurse außerhalb Japans fallen auf tiefsten Stand seit September. Doch die Börse in Tokio entzieht sich dem Trend. Hier wirkt der wieder stärkere Yen positiv auf die Kurse von Exportwerten.
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TokioUS-Notenbankchef Ben Bernanke drückt auch zwei Tage nach seiner Ankündigung des langsamen Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik auf die Stimmung der Anleger in Asien. Die Aktienmärkte außerhalb Japans sanken am Freitag auf den tiefsten Stand seit September.

Der Hinweis Bernankes, den Umfang der Staatsanleihenkäufe noch in diesem Jahr zu drosseln, liege nun auf dem Tisch, sagte Adrian Foster, Chefanalyst für den asiatisch-pazifischen Raum bei der Rabobank International. "Das Thema Liquidität wird von den Investoren neu bewertet, und es wird einige Zeit dauern, bis sie es verdaut und sich neu positioniert haben."

Der MSCI-Index für die Aktien außerhalb Japans verlor 0,6 Prozent, nachdem er zeitweise den tiefsten Stand seit neuneinhalb Monaten erreicht hatte. In den meisten asiatischen Märkten gaben die Kurse nach. In Japan lief es dagegen besser.

Der wieder schwächere Yen und Kursanstiege bei US-Futures beflügelten die Stimmung. Der Nikkei-Index legte 1,7 Prozent auf 13.230 Zähler zu. Einzelhändler wie Fast Retailing gehörten genauso wie Exportwerte zu den Gewinnern. Der Yen gab nach, der Dollar notierte bei 97,71 Yen.

Der Goldpreis fiel im Tagesverlauf auf den niedrigsten Stand seit September 2010. Die Feinunze kostete zeitweise nur noch 1269 Dollar. In der Nacht hatte das Edelmetall angesichts der größten Marktturbulenzen seit der Finanzkrise 2008 mehr als fünf Prozent an Wert verloren.

Die Andeutung der Fed, langsam aus der ultralockeren Geldpolitik auszusteigen, dürfte nach Einschätzung Fosters die Kurse aber nicht auf Dauer belasten: Langfristig werde Stabilität an die Finanzmärkte zurückkehren, angeführt vom US-Anleihemarkt, weil der Grund für den beginnenden Ausstieg der Fed ein geringeres US-Haushaltsdefizit sei. "Daher kommen massive Kaufgelegenheiten auf uns zu", sagte der Experte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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