Börse Tokio
Bernankes Worte lassen den Nikkei kalt

Trotz positiver Vorgaben aus New York hat die japanische Börse weiter nachgegeben. Exportwerte litten unter dem starken Yen. Zudem drückten schwache Zahlen des Branchenführers Mitsubishi UFJ Bankaktien in den Keller.

HB TOKIO. Die positive Stimmung zum Handelsschluss an der Wall Street hat sich auf die japanische Börse nicht übertragen. Der Nikkei-225-Index verlor 0,7 Prozent auf 8 273 Punkte. Zwischenzeitlich war der Index sogar bis auf 8 115 Zähler gefallen. Einmal mehr machten Händler die Sorgen vor einer weltweiten Rezession für die Verluste verantwortlich.

In New York hatten die Börsen in einem Schlussspurt in der letzten Handelsstunde deutlich im Plus geschlossen. Der Dow Jones Index gewann 1,8 Prozent auf 8 424 Punkte. Auslöser für die kurzfristige Kauflaune waren unerwartet niedrige ausgefallene Erzeugerpreise, die Zinssenkungsfantasien schürten. Auch gute Zahlen von Hewlett-Packard wirkten den Tag über unterstützend. Vor allem aber machten Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke den Anlegern Mut. Bernanke hatte erklärt, dass im Gefolge der Rettungsmaßnahmen der US-Regierung erste Anzeichen für eine verbesserte Lage an den Kreditmärkten wahrzunehmen seien.

In Tokio fanden Bernankes Worte dagegen wenig Anklang. Neben den Rezessionssorgen lastete hier der Anstieg des Yens auf Exportwerten. Die japanische Währung kletterte zum Dollar auf Kurse um 96,50 Yen. Aktien von Tokyo Electron gaben hierauf sechs Prozent nach, Titel von Hitachi sackten gar um acht Prozent ab.

Unter den größten Verlierern fanden sich aber auch die japanischen Banken. Auslöser waren schwache Quartalszahlen des Marktführers Mitsubishi UFJ. Die Bank berichtete für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch um 61 Prozent und will nun frisches Kapital im Wert von acht Mrd. Euro aufnehmen. Titel der Bank verloren 6,4 Prozent. Zudem berichtete die Zeitung "Yomiuri", dass die drittgrößte japanische Bank Sumitumo Mitsui (SMFG) eine Kapitalerhöhung über 3,3 Mrd. Euro plane. Die Aktie gab daraufhin fast acht Prozent nach.

Die Papiere von Mazda legten dagegen 1,6 Prozent zu, nachdem sich Ford auf der Suche nach frischem Geld von 20 Prozent seiner Anteile an dem japanischen Autohersteller trennte. Damit endet die seit 1996 bestehende Kontrollmehrheit des US-Konzerns bei Mazda. Händler begrüßten den Schritt, hieß es am Markt in Tokio.

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