Börse Tokio Bester Januar seit 15 Jahren für den Nikkei

Der japanische Aktienmarkt ist leicht gefallen, hält sich aber über 11.000 Punkten. Nach dem Rekord des Vortages nahmen die Akteure Gewinne mit. Die Industrieproduktion in Japan ist deutlich gestiegen.
Update: 31.01.2013 - 07:43 Uhr Kommentieren
Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Quelle: Reuters

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

(Foto: Reuters)

TokioDie Aktienmärkte in Fernost haben nach der jüngsten Rally am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Während die Tokioter Börse nochmals leicht zulegte und der Leitindex Nikkei den besten Januar seit 15 Jahren erlebte, kam es an anderen Handelsplätzen wie in Australien und Hongkong zu Gewinnmitnahmen.

Die US-Notenbank sorgte mit ihrer Entscheidung, weiter an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten, für eine positive Grundstimmung. Hinzu kam das Wissen, dass die japanische Zentralbank weiter Geld in die Wirtschaft pumpt.

"Das Jahr 2013 ist mit viel Optimismus gestartet", fasste CommSec-Stratege Craig James zum Monatswechsel die Stimmung am Markt zusammen. US-Politiker hätten gezeigt, dass sie sich den Problemen stellten, aus Europa kämen keine weitere Horrormeldungen und die chinesische Wirtschaft entwickle sich ebenfalls wieder besser.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 11.138 Punkte und damit erneut über der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Stellen. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,6 Prozent auf 940 Zähler zu.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index hatte zum Ende des Vormittagshandels 0,61 Prozent auf 11.046 Punkte verloren. Am Vortag hatte der Nikkei erstmals seit 33 Monaten wieder über der Marke von 11.000 Punkten geschlossen.

Auch die Börsen in Taiwan und Shanghai lagen im Plus. In Südkorea, Australien, Hongkong und Singapur verbuchten die Märkte dagegen leichte Verluste. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,4 Prozent. An den vergangenen beiden Tagen war der Index um 1,3 Prozent und damit in die Nähe eines 18-Monatshochs gestiegen.

Wie der Wall-Street-Handel lief

In Tokio stachen vor allem die Finanztitel hervor. Nach den guten Zahlen der Sumitomo Mitsui Financial Group setzten Analysten auf gute Ergebnisse der anderen beiden großen japanischen Geldhäuser Mitsubishi UFJ Financial Group und Mizuho Financial Group.

Die SMFG-Aktie stieg 5,2 Prozent. Das Institut hat allein mit seinem Ergebnis in neun Monaten seine Prognose fürs Gesamtjahr übertroffen. Das Mitsubishi-Papier gewann 3,6 Prozent, die Mizuho-Aktie verteuerte sich um 2,8 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten Aktien des Chipausrüsters Advantest, die 1,8 Prozent einbüßten. Das Unternehmen legte Zahlen vor, die schwächer als erwartet waren. Für das Gesamtjahr rechnet Advantest mit einem niedrigeren Betriebsgewinn als bislang angenommen. Nintendo-Papiere gaben mit fünf Prozent nach. Der Videospiele-Hersteller kündigte für das zweite Jahr in Folge einen Betriebsverlust an.

Der Euro behauptete in Fernost seine jüngsten Gewinne zum Dollar und zum japanischen Yen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3577 Dollar bewertet, nach 1,3566 Dollar im späten US-Handel. Zum Dollar notierte der Euro um das 14-Monatshoch und zum Yen mit 123,48 Yen in der Nähe eines Zweieinhalb-Jahreshochs.

Wenn das Geld nichts mehr wert ist
Staatskrisen und politischer Wille
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Der Tausch einer Währung kann viele Gründe haben. In Deutschland waren es politische, wie bei der Einführung des Euro. Aber auch Inflation wie bei der Einführung der Rentenmark mit drohendem Staatsbankrott könne Gründe für einen Währungswechsel sein. Auch nach Kriegen werden die Geldsorten gewechselt, in Deutschland etwa im Jahre 1948. 

Foto: Peter Hintze, ehemaliger CDU-Bundesgeschaeftsführer, stellt ein Plakat zur Euroeinführung vor.

Staatliche Wechselstube
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Die Auswirkungen sind enorm und Währungswechsel kommen sehr häufig vor. So erlebte etwa ein Deutscher, der im Jahr 1921 in Leipzig geboren wurde, sechs Währungen. Im Durchschnitt wechselte bei ihm die Währung alle 15 Jahre. Handelsblatt Online zeigt auf den nächsten Seiten die wichtigsten Währungsreformen in Deutschland.

1871 bis 1873
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Nach der Gründung des deutschen Reichs aus zahlreichen souveränen Einzelstaaten sollte auch eine einheitliche Währung her. Im Laufe der Jahre tauschten die Deutschen ihre Taler, Gulden und Kreuzer in Mark. Als letztes Land führte Bayern die Mark ein.

1923 bis 1925
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Die Hyperinflation in der Weimarer Republik besiegelte das Schicksal der Mark. Wegen des Weltkrieges hatte die Währung bereits mehr als die Hälfte an Kaufkraft verloren. In den Folgejahren verlor die Währung- auch wegen Kriegskosten und Reparationsleistungen drastisch an Wert.

Reichsmark
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In der Folge wurde die Mark auf die Renten- und später Reichsmark umgestellt. Der Wechselkurs betrug eine Billion Mark zu einer Reichsmark. Auch wenn die Reichsmark als Goldkernwährung keinen Goldstandard hatte, bewirkte sie eine Entspannung bei der Inflation. Der Währungskurs pendelte sich zum US-Dollar auf den Stand vor 1914 ein. Nach der Machtübernahe der Nazis und im folgenden Krieg stieg das Geldvolumen wieder stark an.

1948 (BRD)
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Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges wurde in den alten Bundesländern die Deutsche Mark eingeführt. Die Reichsmark hatte keinen Wert mehr, die Deutschen schlugen sich mit Tauschgeschäften durch oder rechneten mit Zigaretten ab.

D-Mark
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Die Deutschen konnten ihre neue D-Mark an den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken abholen: 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Nach der Einführung folgte ein enormer Wirtschaftsaufschwung.

Bild: Am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Wahrungsreform in den westlichen Besatzungszonen, drängen sich die Bürger in einer Hamburger Umtauschstelle, um sich die neue Währung auszahlen zu lassen.

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