Börse Tokio
Chinas sinkende Inflation lässt Nikkei klettern

In Tokio sind die Aktienkurse nach oben gegangen. Der Nikkei schaffte sogar eine wichtige psychologische Marke. Konjunkturdaten aus China machen den Anlegern in Japan Hoffnung. Die Leitzins blieben jedoch unverändert.
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TokioHoffnungen auf neue Konjunkturstützen in China haben den asiatischen Aktienmärkten am Donnerstag Auftrieb verliehen. Die Börsen kletterten sogar auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Sorgen über die europäische Schuldenkrise rückten damit in den Hintergrund. Den gesunkenen Preisdruck in China im Juli werteten Experten als grünes Signal für weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft.

"Es scheint nun eindeutig, dass die Inflation in diesem Jahr wahrscheinlich unter der offiziellen Zielmarke von vier Prozent liegen wird", sagte Nomura-Analyst Zhang Zhiwei. "Damit kann die Regierung ihren Fokus ganz klar auf das Wachstum legen." Der Euro notierte in Fernost etwas höher bei rund 1,2370 Dollar nach 1,2365 Dollar am Mittwochabend in New York.

In Tokio kletterte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index erstmals seit fünf Wochen vorübergehend über die psychologisch wichtige Marke von 9.000 Punkten. Er schloss gut ein Prozent fester bei 8978 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte rund 0,8 Prozent zu auf 751 Zähler. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gewann 0,9 Prozent.

Die Inflation in China schwächte sich im Juli auf 1,8 Prozent von 2,2 Prozent im Juni und damit den tiefsten Stand seit 30 Monaten ab. Experten zufolge bietet sich der Führung in Peking damit Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Kampf gegen die Konjunkturabkühlung. Die Zentralbanken in Südkorea und Japan entschieden sich unterdessen bei ihren geldpolitischen Sitzungen für unveränderte Leitzinsen und legten auch keine sonstigen Programme auf.

In Tokio standen die Aktien von Nikon im Fokus, die um gut acht Prozent abrutschten. Der Kamerahersteller hatte am Mittwoch seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr heruntergeschraubt. Der Kurs des Telekommunikationsausrüsters Oki Electric brach sogar um rund 33 Prozent ein, nachdem das Unternehmen Bilanzunregelmäßigkeiten bei seiner spanischen Tochter eingeräumt hatte. Zu den größten Gewinnern gehörten dagegen die Elektronikkonzerne Sony mit einem Plus von 1,1 Prozent und Panasonic mit einem Plus von gut zwei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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