Börse Tokio
Chinas Wachstum lässt Anleger in Asien kalt

Die schlechten Konjunkturdaten aus China können die gute Stimmung an den Aktienmärkten nicht trüben. Besonders exportabhängige Unternehmen profitieren.
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TokioTrotz des schwächelnden Wirtschaftswachstums in China haben die Anleger am Donnerstag in Asien auf Aktien gesetzt. Der japanische Leitindex Nikkei profitierte vor allem von einem schwächeren Yen und markierte sogar den höchsten Stand seit drei Wochen. Der Index schloss zwei Prozent im Plus bei 8983 Punkten.

Der breiter gefasste Topix gewann 1,7 Prozent auf 752 Stellen. Da die japanische Wirtschaft sehr abhängig vom Export ist, hilft ihr eine schwächere Landeswährung, da in das Ausland verkaufte Produkte günstiger werden.

Die Investoren ließen sich durch das geschrumpfte Wirtschaftswachstum in China nicht vom Aktienkauf abbringen. Der Index in Shanghai legte um 1,3 Prozent zu, der Hang-Seng-Index in Hongkong kletterte um 0,8 Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte den dritten Tag in Folge zu, er stieg um 0,5 Prozent.

In China hat sich die Wirtschaftleistung im dritten Quartal zum siebten Mal in Folge abgeschwächt. Mit einem Zuwachs von 7,4 Prozent verfehlte die Wirtschaft das von der Regierung gesetzte Ziel. Analysten werteten die Konjunkturdaten allerdings als Zeichen für eine Stabilisierung.

"Das Schlimmste sollte vorüber sein", sagte Volkswirt Kevin Lai von Daiwa in Hongkong. Für das laufende Quartal rechnete er wieder mit einem Wachstum von über acht Prozent. Andere Konjunkturdaten, wie etwa die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz, waren dagegen etwas besser ausgefallen als erwartet.

Am japanischen Aktienmarkt waren vor allem Titel von exportorientierten Unternehmen gefragt. Die Papiere von Toyota Motor stiegen um 2,5 Prozent. Einem japanischen Zeitungsbericht zufolge erwägt der Autobauer, seine weltweiten Produktionsziele zu kürzen, was Toyota allerdings dementierte.

Dem Bericht zufolge sei der Grund für die Senkung der Einbruch bei den Verkaufszahlen in China. Dort hatte Toyota wegen des Inselstreits zwischen Japan und China weniger Fahrzeuge verkauft.

Ein Plus von mehr als vier Prozent verzeichneten die Aktien des besonders stark in China engagierten Baumaschinenherstellers Komatsu. Anteilsscheine des Mobilfunkers Softbank verloren knapp ein Prozent. Das Unternehmen will das US-Telekomunternehmen Sprint Nextel übernehmen und kann einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge auch auf Breitbandfrequenzen des Sprint-Partners Clearwire zurückgreifen.

Softbank will für bis zu 70 Prozent an Sprint rund 20 Milliarden Dollar zahlen, das wäre der höchste Betrag, den eine japanische Firma je für einen Kauf eines ausländischen Unternehmens bezahlt hätte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Chinas Wachstum lässt Anleger in Asien kalt"

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  • Was ist denn das fuer ein Schwachsinn?? JPY/USD steht immer noch bei 79. Normal waere um die 100. Von Schwaeche knn also keine Rede sein. Fuer Journalisten scheinen wohl nur kleinste Aenderungen zu zaehlen, das aktuelle Niveau ist wohl uninteressant!

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