Börse Tokio
Der Nikkei-Index verliert über ein Prozent

Die Freude über die japanische Geldpolitik hat in Asien nicht lange gehalten. Konjunkturdaten aus China sorgen für Ernüchterung. Der Inselstreit zwischen Japan und China drückt ebenfalls Stimmung
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TokioKonjunkturdaten aus China haben am Donnerstag an den asiatischen Aktienmärkten für Ernüchterung gesorgt. Händlern zufolge fielen neue Hinweise zur chinesischen Industrie nicht positiv genug aus und schürten deshalb Sorgen vor einer Durststrecke. Der Euro gab vor einer mit Spannung erwarteten Anleihenauktion der spanischen Regierung etwas nach.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index der Standardwerte 1,6 Prozent schwächer bei 9.086 Punkten, nachdem er am Mittwoch ein Viermonatshoch markiert hatte. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,4 Prozent auf 753 Punkte. Auch in Hongkong, Taiwan, Singapur und Australien gaben die Kurse nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag rund 1,2 Prozent im Minus.

Einen Dämpfer verpasste den Märkten der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC für die Industrie in China, der im September zwar leicht auf 47,8 Punkte anstieg. Der Sub-Index für die Produktion fiel allerdings auf den tiefsten Stand seit November 2011. Damit blieben beiden Werte zudem unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Zu den Verlierern zählten erneut Aktien von Unternehmen mit einer starken Orientierung auf den chinesischen Markt. Der seit einer Woche hochkochende Streit um eine Inselgruppe im Chinesischen Meer belastete die Papiere weiter. So verloren Nissan 3,4 Prozent an Wert. Der Autohersteller hatte wegen der anti-japanischen Proteste in China vier Werke vorübergehend geschlossen.

Auch neue Daten des Finanzministeriums belegten, dass Japans Exportwirtschaft unter Druck bleibt. Die Ausfuhren fielen im August zum Vorjahr um 5,8 Prozent. Der Rückgang im dritten Monat in Folge fiel allerdings geringer aus als von Analysten geschätzt. "Die externe Nachfrage wird voraussichtlich weiterhin schwach bleiben und es ist nicht auszuschließen, dass Japan im kommenden Fiskaljahr weiterhin ein Handelsdefizit ausweisen wird", sagte Takeshi Minami, Chefvolkswirt des Forschungsinstituts Norinchukin.

An den fernöstlichen Devisenmärkten gab der Euro zum Dollar im asiatischen Handel leicht nach. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte bei 1,2985 Dollar nach 1,3044 Dollar im späten US-Handel vom Mittwoch.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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