Börse Tokio

Die Märkte atmen erleichtert auf

Die Finanzmärkte in Asien reagieren erleichtert auf die Wahl in Griechenland. Die Börse in Tokio startet mit einem satten Plus in die neue Handelswoche. Der Euro notiert so hoch wie seit einem Monat nicht mehr.
Update: 18.06.2012 - 08:21 Uhr 19 Kommentare
Nach der Griechenlandwahl startete die Börse Tokio mit einem Plus in die neue Woche. Quelle: dapd

Nach der Griechenlandwahl startete die Börse Tokio mit einem Plus in die neue Woche.

(Foto: dapd)

TokioAufatmen nach der zweiten Parlamentswahl in Griechenland binnen weniger Wochen: Die Parteien, die eine Fortsetzung des Spar- und Reformprogramms im Euro-Krisenland wollen, könnten diesmal eine Regierungsmehrheit bilden. An den Finanzmärkten sorgte der Wahlausgang für Feierlaune. In Fernost zogen die Aktienmärkte deutlich an. Der Euro stieg über 1,27 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem Monat. Auch in Frankfurt erwarten Händler im Vergleich zum Freitag einen steilen Kursanstieg mit Gewinnen von rund zwei Prozent. Darauf deutet der vorbörsliche Handel hin.

In letzter Konsequenz ging es bei der Wahl um die Frage, ob Athen in der Eurozone bleibt oder zur Drachme zurückkehrt. Die Nervosität an den Finanzmärkten ist nicht nur wegen Griechenland, sondern auch angesichts der Probleme in Spanien und Italien extrem hoch. Nach dem Wahlsieg der griechischen Konservativen legte der Nikkei-Index in Tokio gleich nach Handelsstart deutlich zu. Der 225 Werte umfassende Index schloss 1,8 Prozent höher auf 8721 Punkte. Beim breiter gefassten Topix betrug das Plus 1,7 Prozent auf 781 Stellen. Die Umsätze blieben aber vergleichsweise gering. Auch andere asiatische Börsen legten zu: So stieg der Hang Seng in Hongkong um 1,2 Prozent. Für den Kospi in Seoul ging es um 1,8 Prozent nach oben. Topix-Index legte 1,64 Prozent auf 738 Punkte zu.

Nach Auszählung fast aller Stimmen (99,83 Prozent) kommt die Neo Dimokratia (ND) auf 29,7 Prozent, wie das Innenministerium in Athen am frühen Montagmorgen im Internet mitteilte. Zusammen mit der sozialistischen Pasok-Partei, die demnach auf 12,3 Prozent kommt, würde sie über eine Mehrheit von 162 Mandaten im 300 Sitze zählenden Parlament verfügen. Beide Parteien hatten sich grundsätzlich für eine Fortsetzung des mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds im Gegenzug für Milliarden-Hilfen verabredeten Sparkurses ausgesprochen; eine Voraussetzung für den Verbleib des hoch verschuldeten Landes im Euro-Raum. Das radikale Linksbündnis Syriza, das eine Aufkündigung des Sparprogramms angekündigt hatte, wurde mit 26,9 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 62 Prozent.

"Das griechische Volk hat heute dafür gestimmt, dass Griechenland auf dem europäischen Weg und in der Eurozone bleibt", sagte der ND-Vorsitzende Antonis Samaras. "Dies ist ein Sieg für ganz Europa." Die Wähler hätten sich für eine Politik entschieden, die Arbeitsplätze, Wachstum, Gerechtigkeit und Sicherheit bringe. Syriza-Chef Alexis Tsipras räumte seine Niederlage ein und gratulierte Samaras.

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19 Kommentare zu "Börse Tokio: Erleichterung nach Griechenland-Wahl"

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  • Ich teile Ihre Meinung, dass eine Transferunion von Anfang an gewollt war, und es nur darum geht, wielange man das - mit Hilfe der willfährigen Presse - vertuschen kann. Aber wie soll uns diesbezügliche Transparenz 2013 bei der Wahl helfen, wenn alle Parteien für die Selbstaufgabe Deutschlands sind, nach dem Motto "Nationalstaat ist passé" (ohne zu merken, daß sie damit ganz allein im weiten Rund der Eurostaaten stehen, in denen jeder ausschließlich auf die Interessen seines Landes achtet, schließlich werden genau dafür die Leute gewählt!). Also doch "Honneckers Rache"?

  • Siehe auch Lybien, das es gewagt hat, sein Wasserprojekt aus eigenen Ölerlösen und ohne IWF-Beteiligung stemmen zu wollen.
    Da half es dann auch nichts mehr, daß man die sog. AlQuaida jahrelang bekämpft hat.

  • Die Wahl kann nur sein, den Griechen die Schulden erlassen,
    d.h. Transferunion oder die Griechen verlassen die EURO-Zone. Ein weiter so .... hilft weder den Griechen und auch nicht Europa. Der EURO wie 1999 beschlossen ist gescheitert. Die damaligen Zusagen, Versprechen der Politiker wurden alle gebrochen.
    Ich bin mir sicher, es wird auf eine Transferunion hinauslaufen, dies sollte den Bundesbürgern von den Parteien/Politikern auch entsprechend kommuniziert werden, damit diese bei "ihrer Wahl" 2013 auch darüber abstimmen können.

  • Ja, die "Märkte" atmen auf, die alten Kumpel, die die ganze Misere herbeigeführt haben, gemauschelt und gelogen haben, die die Privilegien der "Nicht-Steuren-Zahler" nicht antasten - die sind wieder da, immer noch da..Das ist ein Grund zum Feiern!

  • Grundsätzlich ist zum "EURO-Problem" anzumerken :
    Ein Fehler kann nicht durch Fehler geheilt werden.
    Der grundsätzliche Fehler war die Einführung des EURO
    o h n e gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik; gegen alle Warnungen.
    Dieser Fehler sollte durch den Maastricht-Vertrag und die No-Bail-out-Klausel in den EU-Veträgen ansatzweise kompensiert werden.
    Die deutsche Politik beging den nächsten Fehler, die
    abgeschlossenen Verträge nicht einzuhalten bzw. auf deren Einhaltung zu bestehen.
    Daraus ergaben und ergeben sich nun zwingend die weiteren Fehler wie die Aufnahme Griechenlands in die EURO-Zone (Befürwortet durch Schröder,Fischer,Eichel und gegen die Warnungen der Bundesbank) Garantien, Bürgschaften, Rettungspakete, ESM etc.etc.
    Diese politischen Fehler werden Deutschland letztendlich in eine Schuldenunion + Länderfinanzausgleich zwingen oder schärfer, Deutschland wurde durch die Politik verraten und verkauft !!

  • Die Presse kommentiert das Griechen-Wahl-Ergebnis positiv, als Sieg der Vernunft, Hoffnung auf Besserung und die Märkte atmen auf.
    Lächerlich, ich denke das ist eher negativ.
    Die Griechen hatten ihre Chance, doch diese große Chance haben sie vertan,
    nun werden Sie von der EU weiter unter Druck gesetzt und kaputtgespart und wir dürfen es auch noch bezahlen.
    Nun bleibt es weiter ein korruptes Fass ohne Boden.
    Und der seit Jahren anhaltende Albtraum geht in die Verlängerung.
    Sie wollen nur nehmen und es kommt nie etwas zurück. Das endet im Streit. Der geht sogar so weit, dass man uns allesamt als Nazis betitelt.
    Wie groß das griechische Chaos noch werden wird, das wird sich im Laufe der nächsten Tage zeigen, mit geringen Aussichten auf eine schnelle Regierungsbildung.
    Die Reformbemühungen dieser verfilzten Parteien halten sich doch schwer in Grenzen. Diese Parteien haben den Karren überhaupt erst in den Dreck gefahren.
    Berechenbar ist die Politik dieses Landes jedenfalls nicht.
    Wenn jetzt auch noch die Börsen steigen, dann hat der Schwachsinn echt Methode.
    Zeigt wie die ständig negativen Nachrichten schon abgestumpft haben, wenn Ignoranz und Gleichgültigkeit Oberwasser gewinnen.
    Jetzt wird schon als positiv bewertet was nicht extrem negativ ist.
    Obwohl jeder weiss, dass die ihre Schulden nie zurück zahlen werden.
    Bin eigentlich Optimist, aber nicht wenns um Griechenland geht.
    Die Reichen zahlen nach wie vor keine Steuern, und die Finanzbeamten werden alles versuchen, damit das auch so bleibt. Denn sie leben nicht schlecht von der griechischen Ferkelei (Fakelaki)-Korruptions-Kultur.

  • Natürlich atmen die Finanzmärkte auf, die haben ja zusammen mit der griechischen Regierung die momentane Situation herbeigeführt. Wieso gerade die Parteien, die verantwortungslos und betrügerisch gehandelt und sich selbst bereichert haben, jetzt gefeiert werden, verstehe ich nicht.
    Und auch die Griechen habe nichts davon. Um wirtschaftlich auf die Beine zu kommen braucht Griechenland braucht eine Währung, die es gegenüber dem Euro abwerten kann und das geht nur mir Austritt aus der Euro-Zone.
    Ein Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone bedeutet Schrecken ohne Ende statt Ende mit Schrecken.

  • Meine Zustimmung, aber irgendwann wird das Boot kentern.

  • Stimmt, ist wirklich alles Makulatur. - Schade nur, dass das Handelsblatt nicht über wirklich wichtige Themen berichtet. - Vor Agenda 2010 waren es mal die Lohnstückkosten, die Unternehmen aus Deutschland vertrieben haben. Welche Unternehmen planen wegen der katastrophalen Wirtschafts-, Finanz- und Außenpolitik der aktuellen Bundesregierung aus Deutschland abzuwandern? - Nirgendwo in der üblichen Presse hatte ich übrigens gelesen, dass die griechischen Parteien 10,00 € pro Wählerstimme erhalten. Gesponsert von Deutschland, Holland und Finnland. - Die dritte Wahl wird kommen..... schneller können die unfähigen griechischen Parteien doch gar kein Geld schmarotzen.

  • Und was ändert das jetzt an den unbezahlbaren Staatsverschuldungen der Pleiteländer?
    Spätestens wenn in ein paar Wochen Italien unter den Rettungsschirm muß, war es das dann!
    Allein Spanien und Italien müssen bis 2013 750 Milliarden Euro an den Märkten finanzieren.
    Wie soll das funktionieren?
    Das einzige was das Ergebnis der Griechenlandwahl bringt, ist 2-3 Wochen Zeitgewinn für die Euromantiker.
    Danach wird es wieder so sein, wie bisher, nur mit immer weiter steigender Krisenverschärfung.
    Richtig erbost bin ich auch von den deutschen „Block“-Medien, welche hier durch ihre einseitige Pro-Euro-Berichterstattung, jeglicher Alternative den Diskussionsboden entziehen.
    Es war schon immer so > Politik, Großkapital & Bankster, Kirche und Journalie, alle sitzen sie vollversorgt und wohlbehütet in einem Boot.
    Die einen halten uns arm und die anderen halten uns dumm!

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