Börse Tokio
Erleichterung nach Griechenland-Wahl

Die Finanzmärkte in Asien reagieren erleichtert auf die Wahl in Griechenland. Die Börse in Tokio startet mit einem satten Plus in die neue Handelswoche. Der Euro notiert so hoch wie seit einem Monat nicht mehr.
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TokioAufatmen nach der zweiten Parlamentswahl in Griechenland binnen weniger Wochen: Die Parteien, die eine Fortsetzung des Spar- und Reformprogramms im Euro-Krisenland wollen, könnten diesmal eine Regierungsmehrheit bilden. An den Finanzmärkten sorgte der Wahlausgang für Feierlaune. In Fernost zogen die Aktienmärkte deutlich an. Der Euro stieg über 1,27 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem Monat. Auch in Frankfurt erwarten Händler im Vergleich zum Freitag einen steilen Kursanstieg mit Gewinnen von rund zwei Prozent. Darauf deutet der vorbörsliche Handel hin.

In letzter Konsequenz ging es bei der Wahl um die Frage, ob Athen in der Eurozone bleibt oder zur Drachme zurückkehrt. Die Nervosität an den Finanzmärkten ist nicht nur wegen Griechenland, sondern auch angesichts der Probleme in Spanien und Italien extrem hoch. Nach dem Wahlsieg der griechischen Konservativen legte der Nikkei-Index in Tokio gleich nach Handelsstart deutlich zu. Der 225 Werte umfassende Index schloss 1,8 Prozent höher auf 8721 Punkte. Beim breiter gefassten Topix betrug das Plus 1,7 Prozent auf 781 Stellen. Die Umsätze blieben aber vergleichsweise gering. Auch andere asiatische Börsen legten zu: So stieg der Hang Seng in Hongkong um 1,2 Prozent. Für den Kospi in Seoul ging es um 1,8 Prozent nach oben. Topix-Index legte 1,64 Prozent auf 738 Punkte zu.

Nach Auszählung fast aller Stimmen (99,83 Prozent) kommt die Neo Dimokratia (ND) auf 29,7 Prozent, wie das Innenministerium in Athen am frühen Montagmorgen im Internet mitteilte. Zusammen mit der sozialistischen Pasok-Partei, die demnach auf 12,3 Prozent kommt, würde sie über eine Mehrheit von 162 Mandaten im 300 Sitze zählenden Parlament verfügen. Beide Parteien hatten sich grundsätzlich für eine Fortsetzung des mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds im Gegenzug für Milliarden-Hilfen verabredeten Sparkurses ausgesprochen; eine Voraussetzung für den Verbleib des hoch verschuldeten Landes im Euro-Raum. Das radikale Linksbündnis Syriza, das eine Aufkündigung des Sparprogramms angekündigt hatte, wurde mit 26,9 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 62 Prozent.

"Das griechische Volk hat heute dafür gestimmt, dass Griechenland auf dem europäischen Weg und in der Eurozone bleibt", sagte der ND-Vorsitzende Antonis Samaras. "Dies ist ein Sieg für ganz Europa." Die Wähler hätten sich für eine Politik entschieden, die Arbeitsplätze, Wachstum, Gerechtigkeit und Sicherheit bringe. Syriza-Chef Alexis Tsipras räumte seine Niederlage ein und gratulierte Samaras.

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  • Ich teile Ihre Meinung, dass eine Transferunion von Anfang an gewollt war, und es nur darum geht, wielange man das - mit Hilfe der willfährigen Presse - vertuschen kann. Aber wie soll uns diesbezügliche Transparenz 2013 bei der Wahl helfen, wenn alle Parteien für die Selbstaufgabe Deutschlands sind, nach dem Motto "Nationalstaat ist passé" (ohne zu merken, daß sie damit ganz allein im weiten Rund der Eurostaaten stehen, in denen jeder ausschließlich auf die Interessen seines Landes achtet, schließlich werden genau dafür die Leute gewählt!). Also doch "Honneckers Rache"?

  • Siehe auch Lybien, das es gewagt hat, sein Wasserprojekt aus eigenen Ölerlösen und ohne IWF-Beteiligung stemmen zu wollen.
    Da half es dann auch nichts mehr, daß man die sog. AlQuaida jahrelang bekämpft hat.

  • Die Wahl kann nur sein, den Griechen die Schulden erlassen,
    d.h. Transferunion oder die Griechen verlassen die EURO-Zone. Ein weiter so .... hilft weder den Griechen und auch nicht Europa. Der EURO wie 1999 beschlossen ist gescheitert. Die damaligen Zusagen, Versprechen der Politiker wurden alle gebrochen.
    Ich bin mir sicher, es wird auf eine Transferunion hinauslaufen, dies sollte den Bundesbürgern von den Parteien/Politikern auch entsprechend kommuniziert werden, damit diese bei "ihrer Wahl" 2013 auch darüber abstimmen können.

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