Börse Tokio
Exportsorgen in Japan, Nikkei tief im Minus

Schwache Daten von US-Unternehmen verunsichern die Anleger in Fernost. Welche Auswirkung hat das für die asiatische Export-Industrie? Der Nikkei verliert bis zum Handelsende 1,2 Prozent. Gegen den Trend legt Suzuki wegen einem möglichen VW-Einstieg deutlich zu.
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HONGKONG. Verschiedene schlechte Nachrichten belasten die asiatischen Aktienmärkte. Die Börsen in Fernost haben sich am Mittwoch mehrheitlich schwächer präsentiert. Enttäuschende Berichte von US-Unternehmen bereiteten den Anlegern Sorgen um den Zustand der Exportwirtschaft. Die Börse in Tokio gab nach, nachdem eine Neuberechnung des japanischen Wirtschaftswachstums im dritten Quartal nur ein Plus von 0,3 Prozent auswies. Zuvor hatten die Statistiker eine Steigerung von 1,2 Prozent bekanntgegeben. Händlern zufolge zeigten die Zahlen, dass es mit Japans Wirtschaft nicht so gut bestellt ist wie bisher angenommen. Auch die Sorgen um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und die Probleme des Staatskonzerns Dubai World belasteten den Markt.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent auf 10.004 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss ebenfalls 1,3 Prozent im Minus bei 884 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Singapur, Hongkong und der chinesische Leitindex notierten schwächer. Die Börsen in Südkorea und Taiwan tendierten dagegen im Plus.

In Tokio waren entgegen dem allgemeinen Trend Suzuki-Aktien gefragt. Volkswagen steigt mit 19,9 Prozent bei dem japanischen Kleinwagenbauer ein, teilten beide Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss in Japan mit. Suzuki-Papiere stiegen nach ersten Berichten über die Allianz um 3,5 Prozent.

Schwache US-Unternehmensnachrichten hatten zuvor dem Markt in New York am Dienstag Verluste eingebrockt. Der Mischkonzern 3M sorgte mit seiner Jahresprognose für Ernüchterung, die Fast-Food-Kette McDonald's enttäuschte derweil mit einem Umsatzrückgang im Nordamerika-Geschäft. Dies schürte Sorgen, geringe Konsumausgaben könnten die Konjunkturerholung bedrohen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor ein Prozent auf 10.285 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls ein Prozent auf 1091 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq sank 0,76 Prozent auf 2172 Punkte.

Der Euro geriet im fernöstlichen Devisenhandel zwischenzeitlich unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel angesichts der Sorgen über die Zahlungsfähigkeit Griechenlands vorübergehend auf 1,4665 Dollar, den niedrigsten Stand seit Anfang November. Sie erholte sich schließlich wieder und tendierte mit 1,4712 Dollar etwas höher als in New York. Zur japanischen Währung lag der Euro bei 129,96 Yen, ein Dollar kostete 88,37 Yen.

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