Börse Tokio
EZB beflügelt Aktien in Asien

Die geldpolitischen Signale aus Europa kommen in Asien gut an. Die Börse in Japan gewinnt mehr als zwei Prozent. Zu den Verlierern gehörte jedoch Samsung - nach enttäuschenden Zahlen sackte die Aktie ab.
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TokioDas überraschende Bekenntnis der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer langfristigen Politik des billigen Geldes hat am Freitag viele asiatische Aktienbörsen steigen lassen. Die Währungshüter hatten bislang die Tradition, keine Prognose über ihre weiteren Schritte abzugeben.

Am Donnerstag aber erklärte EZB-Chef Mario Draghi, den Leitzins für eine längere Zeit auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu belassen und vielleicht noch weiter zu senken. Auch die britische Notenbank warnte Investoren, nicht voreilig von einer strengeren Geldpolitik auszugehen.

Mit Spannung erwarten Investoren am Freitag die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr MESZ. Sie erhoffen sich davon Hinweise, wie schnell die Fed ihr Anleihenkaufprogramm kürzen könnte.

Der Nikkei schloss in Tokio um 2,1 Prozent fester bei 14.309 Punkten. In Hongkong gab es einen Zuwachs um 1,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Börsen unter Ausschluss Japans stieg um 0,7 Prozent. Der Euro zeigte sich nach den Ankündigungen der EZB schwächer und notierte bei 1,2895 Dollar.

Gegen den Trend gab es an der Börse in Seoul Verluste. Der Leitindex fiel um 0,3 Prozent. Der koreanische Elektronikkonzern Samsung hatte mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen von Analysten verfehlt. Viele Investoren fürchten, dass sich die Smartphones der Galaxy-Reihe nicht mehr so verkaufen wie bisher und Konkurrenten Samsung Marktanteile abnehmen. "Das hat den gesamten Markt heute sehr belastet", sagte Kim Young June von SK Securities. Die Samsung-Aktie fiel um 3,8 Prozent.

In Tokio standen Aktien des Minimarktbetreibers FamilyMart im Fokus der Anleger. Die Papiere gaben um 0,6 Prozent nach. Das Unternehmen schrieb im abgelaufenen Geschäftsquartal 1,7 Prozent weniger Gewinn. FamilyMart ist hinter 7-Eleven und Lawson der drittgrößte Betreiber von Nachbarschaftsläden in Japan.

Exportorientierte Unternehmen konnten zulegen. So betrug das Plus bei Mazda Motor drei Prozent und bei Panasonic 2,6 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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