Börse Tokio
Fed-Entscheidung belastet asiatischen Markt

Die Mitteilung der US-Notenbank, keine weiteren Schritte zur Wirtschaftsbelebung einzuleiten, hat neben der New Yorker auch die Tokioter Börse auf Talfahrt geschickt. Für Spannung sorgt der größte Börsengang des Jahres.
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TokioSorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise in Europa und die Enttäuschung über ausgebliebene Konjunkturstimuli durch die US-Notenbank Fed haben die Börsen in Fernost am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Die jüngste Fed-Mitteilung habe keine konkreten Hinweise für neue Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft enthalten, begründeten Händler den Abwärtstrend.

Negativ wirkten sich zudem die drohenden Herabstufungen von EU-Staaten aus, sagte Analyst Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities.   „Zur Unsicherheit trug auch bei, dass Merkel Vorschläge ablehnte, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) anzuheben“, sagte Yumi Nishimura von Daiwa Securities. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Tag zuvor erneut gegen die Anhebung der Haftungsobergrenze des geplanten dauerhaften Euro-Rettungssschirms ausgesprochen. Die Ratingagentur Moody's will ihre Bewertung von Euro-Staaten überprüfen. Zudem drohte Standard & Poor's in der vergangenen Woche mit einer Herabstufung fast aller Euro-Länder.   

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,39 Prozent auf 8519 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index  gab 0,5 Prozent auf 736 Zähler nach. Auch die übrigen asiatischen Börsen lagen mehrheitlich im Minus. Abschläge verzeichneten sowohl die Börsen in Südkorea, Singapur, als auch Hongkong und Shanghai. Nur in Taiwan zeigte das Börsenbarometer nach oben.

Vor allem der Handy-Hersteller HTC konnte hier zulegen, nachdem ein US-Gericht die Entscheidung in einem Rechtsstreit mit iPhone-Hersteller Apple verschoben hatte. Der Euro pendelte um 1,3040 Dollar, nach 1,3027 Dollar im späten New Yorker Handel am Dienstag.   

Bei den Einzelwerten stand der Kamerahersteller Olympus im Fokus. Der skandalumwitterte Konzern legte nach Börsenschluss seine Geschäftszahlen vom zweiten Quartal vor und wollte damit die Börsenaufsicht überzeugen, Olympus nicht vom Handel auszunehmen. Das Papier gab mehr als vier Prozent nach.  

Börsendebütant Nexon legte einen glanzlosen Start hin. Die Aktie des schnell wachsenden asiatischen Rivalen des US-Spieleanbieters Zynga sank leicht unter den Ausgabepreis von 1300 Yen. Börsianer beobachteten den 1,2 Milliarden Dollar schweren Börsengang - Japans größten in diesem Jahr - sehr genau. Am Freitag will Zynga an der Wall Street ebenfalls den Sprung aufs Parkett wagen.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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