Börse Tokio
Furcht vor neuer Schuldenkrise belastet Asien

Auch in Fernost setzt die Sorge um die Finanzkraft Spaniens den Euro unter Druck. Händler schauen auf eine Auktion spanischer Anleihen, die heute ansteht.
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TokioDie Furcht vor einer neuen Verschärfung der Euro-Schuldenkrise hat am Dienstag den Aktienhandel in Fernost belastet. An den japanischen Börsen ging es nach den hohen Verlusten zu Wochenbeginn abermals bergab, auch wenn sich die Abschläge vergleichsweise in Grenzen hielten. Fest im Blick hielten die Asien-Anleger vor allem Spanien, das in seinem Kampf gegen Schuldenkrise und Konjunkturflaute wieder stärker ins Visier der Finanzmärkte gerät. Die Risikobereitschaft der Investoren hielt sich im Vorfeld einer spanischen Bond-Auktion im Verlauf des Tages in Grenzen. Auch der Euro geriet unter Druck.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,1 Prozent im Minus bei 9464 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 803 Punkte. Besonders deutlich nach unten zeigte das Börsenbarometer in Taiwan mit einem Minus von fast 1,9 Prozent. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Shanghai, Singapur und Korea notierten leichter. Der Euro gab 0,3 Prozent auf 1,3102 Dollar nach.

"Die Investoren beginnen daran zu zweifeln, dass Spanien angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage seinen Sparkurs durchziehen kann", sagte Takao Hattori von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Wegen des nur langsamen Wachstums gerieten Immobilienpreise unter Druck und die Gefahren durch faule Kredite stiegen rapide an.

Am Montag waren die Zinsen für zehnjährige spanische Staatsanleihen zum ersten Mal in diesem Jahr über die kritische Marke von sechs Prozent geklettert. Dabei wartete die Regierung in Madrid vergeblich auf Schützenhilfe der EZB: Trotz der bereits in der Vorwoche heftig gestiegenen Renditen für spanische Bonds kaufte die EZB zuletzt erneut keine Anleihen von klammen Schuldenstaaten am Markt.

Manche Anleger fürchten, dass Spanien, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, mit internationalen Finanzhilfen gerettet werden muss. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ringt derzeit um eine Aufstockung seiner Mittel, um die Ausbreitung der Schuldenkrise über Europa hinaus zu verhindern. Japan wagte sich am Dienstag als erstes nicht-europäisches Land aus der Deckung und stellte 60 Milliarden Dollar in Aussicht. Der IWF erwartet laut seiner Chefin Christine Lagarde insgesamt zusätzliche Mittel von mehr als 400 Milliarden Dollar.

Gegen den allgemeinen Börsentrend gefragt waren in Tokio die Anteilsscheine von Toshiba Tec mit einem Aufschlag von fast sieben Prozent. Eine Zeitung hatte berichtet, dass die Toshiba-Tochter für 870 Millionen Dollar das Registrierkassen-Geschäft von IBM kauft. In Hongkong geriet dagegen der Apple-Zulieferer Foxconn in den Sog der Apple-Aktien. Die Papiere des iPhone- und iPad-Herstellers gaben zuvor an der Wall Street den fünften Handelstag in Folge nach. Foxconn büßte daraufhin 6,7 Prozent an Wert ein.

Der Aktienmarkt in Tokio hat sich am Dienstag leicht von seinen Vortagesverlusten erholt. Die psychologisch wichtige Marke von 9500 Punkten knackte der Nikkei-Index jedoch nicht. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte um 0,2 Prozent auf 9487 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 0,2 Prozent auf 805 Zähler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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