Börse Tokio: Geldschwemme weckt Kauflaune

Börse Tokio
Geldschwemme weckt Kauflaune

Dei Ankündigung der Europäischen Zentralbank, mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem zu pumpen, kommt bei den Anlegern in Tokio sehr gut an. Der Euro blieb indes unter Druck.
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TokioDie Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) zum massiven Ankauf von Staatsanleihen haben Anleger in Asien in Kauflaune versetzt. Zugleich fiel der Euro am Freitag an den asiatischen Devisenmärkten zeitweise auf den tiefsten Wert seit elf Jahren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,05 Prozent im Plus bei 17.511 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,99 Prozent auf 1403 Zähler. Zu den größten Gewinnern zählten Exportwerte wie der Elektronikkonzern Sony, dessen Aktien fast fünf Prozent zulegten. Die Papiere von Tokyo Steel gewannen sieben Prozent.

Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans lag 0,84 Prozent im Plus. Auch an der Börse in Hongkong griffen die Anleger zu, der Hang-Seng-Index gewann 1,09 Prozent. Der in Hongkong gelistete chinesische Mobilfunkanbieter Hutchison Whampoa will dem spanischen Telekomkonzern Telefonica die britische Tochter O2 für bis zu 10,25 Milliarden Pfund (13,5 Milliarden Euro) abkaufen. O2 ist die Nummer zwei im britischen Mobilfunkmarkt. Hutchison-Aktien legten nach Bekanntgabe der exklusiven Verhandlungen über die Übernahme 2,4 Prozent zu.

Analysten begrüßten die Entscheidung der EZB. Obwohl der Aspekt der Risiko-Teilung etwas enttäuschend ausgefallen sei, habe die EZB die Erwartungen am Markt übertroffen, erklärte Yoshimasa Maruyama von SMBC Nikko Securities. EZB-Präsident Mario Draghi habe bewiesen, dass er tatsächlich ein "Super Mario" sei.

Die EZB hat angekündigt, mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem zu pumpen. Damit soll ein Abrutschen der Wirtschaft in eine langanhaltende Schwächephase mit fallenden Preisen auf breiter Front und schrumpfenden Investitionen verhindert werden.

Der Euro blieb unter Druck. Die Gemeinschaftswährung notierte in Fernost bei 1,1328 Dollar und damit nicht weit entfernt von dem niedrigsten Stand seit elf Jahren, auf den sie mit 1,1313 Dollar zwischenzeitlich gefallen war. Ein Dollar kostete 118,37 Yen und 0,8726 Schweizer Franken. Für einen Euro wurden 0,9880 Franken gezahlt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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