Börse Tokio
Gewinnmitnahmen drücken Aktien in Fernost

Die Befürchtungen der Anleger haben sich bewahrheitet: Die Quartalszahlen vieler japanischer Unternehmen sind eine Enttäuschung. Das schlägt sich in Verlusten nieder.
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TokioGewinnmitnahmen nach den jüngsten Rallys haben die Aktienmärkte in Fernost am Mittwoch ins Minus gedrückt. Nach guten Konjunkturdaten aus Deutschland und Frankreich sowie starken US-Einzelhandelszahlen machten Anleger Kasse. Der schwächere Yen half in Japan vor allem den Aktien exportorientierter Unternehmen und begrenzte die Verluste des Leitindizes Nikkei.

Da insgesamt die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone im zweiten Quartal trotz des robusten Wachstums der Konjunkturlokomotive Deutschland geschrumpft ist, rechnen viele Börsianer weiter damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) stärker eingreifen wird. "Der Markt scheint ein Gentlemen's-Agreement mit den Zentralbankern zu haben, dass die Dinge gelöst werden", sagte Händler Chris Weston von IG Markets. Deswegen würden die engen Handelsspannen bis September wohl beibehalten werden.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem knappen Minus von 0,1 Prozent auf 8925 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index büßte fast 0,3 Prozent ein auf 747 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Singapur, Australien, Shanghai und Hongkong tendierten mit Abschlägen. Die Börse in Südkorea war wegen eines Feiertags geschlossen.

Die japanischen Unternehmen haben mit ihren Quartalszahlen bislang vielfach enttäuscht: Mehr als die Hälfte der 154 Firmen im Nikkei-Index, die bereits ihre Zwischenbilanz präsentiert haben, verfehlten die Erwartungen der Analysten. Unter Druck standen am Mittwoch vor allem Bankenwerte. Die geringen Umsätze während des japanischen Sommers verschärften den Abwärtstrend. Die Papiere von Sumitomo Mitsui Financial fielen um 2,2 Prozent, die Aktien von Mitsubishi UFJ Financial gaben 0,6 Prozent nach und Mizuho Financial büßten 0,8 Prozent ein.

Zu den Verlierern gehörten auch die Gree-Aktien mit einem Minus von 7,3 Prozent. Der Anbieter von Internet-Spielen verfehlte mit seinem Gewinnausblick die Analystenerwartungen. Erneut starke Verluste musste mit 12,4 Prozent auch Sharp verkraften. Goldman Sachs warnte vor weiteren Risiken und stufte das Preisziel herab. Die Deutsche Bank bewertet den Elektronikkonzern nur noch mit "verkaufen".

Der Euro hielt sich in Fernost stabil und tendierte bei 1,2325 Dollar. Der Dollar kostete nach den überraschend guten US-Konjunkturdaten 78,78 Yen und tendierte um sein Ein-Monats-Hoch gegenüber der japanischen Währung. Dies verhalf Exportwerten wie Honda und Canon mit 0,4 beziehungsweise 0,7 Prozent zu Gewinnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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