Börse Tokio
Gewinnmitnahmen ziehen Asienbörsen ins Minus

Angesichts der Rally in den vergangenen Wochen haben die Anleger in Fernost am Mittwoch Gewinne mitgenommen. Auf die Stimmung drückte das japanische Handelsdefizit.
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TokioSpekulationen über ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank zur Bekämpfung der Schuldenkrise verloren an Schubkraft. Auf die Stimmung drückte zudem, dass die Exporte Japans noch deutlicher zurückgegangen sind als erwartet. Wegen drastisch weniger Lieferungen nach Europa und China brachen die Ausfuhren im Juli im Jahresvergleich um 8,1 Prozent ein.
Das ausgebremste Wirtschaftswachstum in China hat auch der Bergbaukonzern BHP Billiton deutlich zu spüren bekommen. Niedrigere Rohstoffpreise ließen den Gewinn im zweiten Halbjahr seines Geschäftsjahres um mehr als ein Drittel einbrechen. BHP Billiton rechnet damit, dass die Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten auch in nächster Zeit anhalten werden.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,27 Prozent tiefer bei 9131 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 0,33 Prozent auf 762 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,66 Prozent im Minus. Am deutlichsten fielen die Verluste in Hongkong aus, aber auch in Taiwan, Singapur, Shanghai und Südkorea gaben die Kurse nach. Der Euro notierte dagegen wenig verändert bei 1,2466 Dollar.
"Am Markt wurde viel über ein Eingreifen der EZB gegen die Renditen spanischer und italienischer Anleihen geredet", sagte Kyoya Okazawa von BNP Paribas in Tokio. Die Bank habe die Spekulationen über die Ausgestaltung ihrer geplanten Anleihekäufe aber abgewürgt. "Deshalb nehmen die Leute heute Gewinne mit". Zum Wochenanfang war der Nikkei in Erwartung einer EZB-Aktion zur Euro-Rettung noch bis auf ein Drei-Monats-Hoch geklettert.

Bei den Einzelwerten gehörten in Tokio Aktien von Fuji Media zu den größten Verlierern. Sie gaben 3,7 Prozent nach. Die Papiere der größten Werbeagentur des Landes, Dentsu, verloren ebenfalls mehr als drei Prozent. Die Bank of America Merrill Lynch hatte das Unternehmen wegen schlechter Geschäftsaussichten ab dem Herbst herabgestuft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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