Börse Tokio
Gute Bilanzen treiben den Nikkei-Index hoch

Die japanische Notenbank konnte nicht die Stimmung an der Börse heben. Einige Quartalsberichte der Unternehmen schaffen das jedoch. Die Aktie der Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries steigt deutlich.
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TokioDie Anleger in Fernost haben sich am Mittwoch nach ermutigenden Unternehmensbilanzen und positiven Nachrichten aus Europa wieder risikofreudiger gezeigt. "Die europäischen Märkte haben gestern einen schönen Sprung gemacht und die Märkte in Asien haben auf die starke Entwicklung in Europa reagiert", sagte Guy Stear, von der Societe Generale in Hongkong.

In Tokio steckten Börsenschwergewichte wie Fuji Heavy Industries und Hitachi die Anleger mit ihrem Optimismus an. Dadurch wurden die Verluste vom Vortag wettgemacht, als die neuen Konjunkturhilfen der japanischen Notenbank Hoffnungen der Investoren auf eine noch größere Unterstützung enttäuschten

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ein Prozent fester bei 8928 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,2 Prozent auf 742 Zähler zu. Auch die anderen asiatischen Aktienmärkte tendierten überwiegend im Plus: So stieg der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik um rund 0,3 Prozent. Gewinne verzeichneten die Börsenbarometer in Südkorea, Hongkong und Australien, während die Handelsplätze in Singapur und Taiwan Verluste verbuchten.

In Tokio verbreitete unter anderem die Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries Zuversicht, die ihre Prognose für den Betriebsgewinn im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr um 22 Prozent anhob. Ihre Aktie legte knapp sieben Prozent zu.

Der Baumaschinenhersteller Komatsu bestätigte seine Geschäftsziele. Seine Anteilsscheine kletterten um mehr als drei Prozent. Der Industriezulieferer Fanuc verbuchte ein Kursplus von knapp zwei Prozent. Er profitierte von einem Gewinnsprung eines seiner wichtigsten Kunden, dem taiwanischen Apple-Zulieferer Hon Hai Precision Industry.

Die Hitachi-Aktie verteuerte sich mehr als drei Prozent. Der Elektronikkonzern Hitachi hatte am Vortag die Übernahme der britischen Atomkraft-Tochter der deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE für 860 Millionen Euro vereinbart und zugleich seine Jahresziele bekräftigt.

Für Kauflaune sorgten auch weitere Nachrichten aus Europa: So fassten die Anleger den geplanten Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen der Schweizer Bank UBS positiv auf und freuten sich über einen überraschend hohen Quartalsgewinn beim britischen Energiekonzern BP.

Experten warnten aber vor allzu großer Euphorie. Die Ergebnisse der Exportunternehmen in Japan sähen nicht so gut aus, sagte Analyst Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Zudem müsse abgewartet werden wie die US-Börsen nach zweitägigem Handelsstopp auf die Folgen des schweren Wirbelsturms "Sandy" an der US-Küste reagierten. .

Die erfolgreiche Anleihe-Auktion des kriselnden Italiens hat den Euro im frühen Handel in Fernost am Mittwoch gestützt. Die Gemeinschaftswährung legte leicht zu auf 1,2964 Dollar. Italien hatte am Vortag sieben Milliarden Euro bei der Ausgabe von fünf- und zehnjährigen Anleihen eingenommen und dafür die niedrigsten Zinsen seit rund anderthalb Jahren gezahlt.

Dies nährte Hoffnungen am Markt auf weitere Fortschritte im Kampf gegen die Schuldenkrise. Der Dollar geriet nach dem zerstörerischen Wirbelsturm "Sandy" an der US-Ostküste auch zur japanischen Währung leicht unter Druck und gab 0,1 Prozent nach auf 79,50 Yen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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