Börse Tokio
Hoffnung auf Eingreifen der Notenbank treibt Nikkei

Aktien von Technologie- und Baukonzernen haben am Mittwoch die Aktienmärkte in Fernost in die Gewinnzone getrieben. Werte von exportorientierten Unternehmen verzeichneten teils deutliche Aufschläge. Im Fokus standen allerdings die Devisenmärkte. Der Einbruch des US-Verbrauchervertrauens ließ den Dollar in die Nähe eines Sieben-Monats-Tiefs fallen.
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HB TOKIO. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 9559 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index stieg 0,5 Prozent auf 846 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Südkorea, Hongkong, Shanghai und Singapur verzeichneten Aufschläge. Die Entwicklung in Tokio wurde von Konjunkturdaten getragen.

Die Stimmung unter den großen japanischen Herstellern verbesserte sich zwar in den drei Monaten bis September das sechste Quartal in Folge auf den höchsten Stand seit März 2008.

In den nächsten drei Monaten wird aber mit einer deutlichen Verschlechterung gerechnet. Das schürte die Spekulationen auf ein erneutes Eingreifen der Notenbank. „Der Nikkei steigt wegen des schwächeren Yen und wahrscheinlich gibt es auch etwas Augenwischerei zum Ende der ersten Geschäftsjahreshälfte“, sagte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ.

Bei den Einzelwerten stachen Exportwerte heraus. Canon und Sony stiegen 1,7 sowie 2,0 Prozent.

Der Chiphersteller Elpida profitierte von der Ankündigung, im Dezember mit der Massenproduktion von weiterentwickelten DRAM-Chips beginnen zu wollen. Die Aktien legten 8,1 Prozent zu. In Singapur gehörten die Papiere von Singapore Technologies zu den Aufsteigern. Sie lagen mehr als zwei Prozent im Plus. Das Unternehmen kündigte an, auf Großeinkauf zu gehen. In Südkorea verzeichneten Technologiewerte die deutlichsten Aufschläge. In den letzten Tagen hatten sich die Aktien stets schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt und ihr Potenzial für Gewinne vergrößert. Die Scheine von Samsung Electronics und LG Display stiegen knapp vier beziehungsweise mehr als fünf Prozent.

Der Euro legte im frühen asiatischen Handel auf ein neues Fünf-Monatshoch zu. Die Gemeinschaftswährung kletterte trotz Sorgen über die Zahlungsfähigkeiten von Spanien und Irland auf 1,3595 Dollar, bevor sie wieder etwas nachgab. Zum Yen stieg der Euro auf den höchsten Stand seit zwei Monaten und war für 113,87 Yen zu haben. Beim Dollar veranlassten Spekulationen, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik weiter lockern könnte sowie enttäuschende Konjunkturdaten, Händler zu Verkäufen. „Der Rückhalt für den Dollar geht weiter zurück“, erklärte JP Morgan.

Experten rechnen nun mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen bei der Sitzung der US-Notenbank am 2. und 3. November. In Japan wurde zudem nach Vorlage eines schwachen Konjunkturausblicks der Notenbank über eine erneute Yen-Intervention spekuliert.

Am Morgen lag der Dollar bei 83,71 Yen, was einem Minus von mehr als 0,1 Prozent entsprach.

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