Börse Tokio
Hoffnung auf EU-Gipfel beflügelt Börsenkurse

Der Nikkei-Index hat nach einem guten Handelstag ein Plus von 1,7 Prozent erreicht. Die asiatischen Anleger hoffen, dass die Staats- und Regierungschefs beim nächsten EU-Gipfel einen bedeutenden Schritt nach vorn machen.
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TokioDie Hoffnung auf Fortschritte im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise hat den Börsen in Fernost am Mittwoch Auftrieb gegeben. Auch der Euro notierte wieder fester. Asiatische Anleger rechneten damit, dass die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union bei ihrem Treffen am Freitag einen bedeutenden Schritt nach vorn machen. Die Drohung der US-Ratingagentur Standard & Poor's, nicht nur die Bonität Deutschlands und 14 weiterer Euro-Länder, sondern auch die des Euro-Rettungsschirmes EFSF herabzustufen, dürfte den Handlungsdruck erhöhen. Zudem steht am Donnerstag eine Sitzung der Europäischen Zentralbank an, bei der die Anleger eine Zinssenkung erwarten.

„Die Menschen sind zuversichtlicher, dass die Neuigkeiten beim Treffen am 9. Dezember mehr Aufbruchstimmung verbreiten werden, deshalb ist es eine Reaktion darauf“, sagte Guy Stear von Societe Generale in Hongkong. Auch Dariusz Kowalczyk von Credit Agricole CIB in Hongkong begründete den Aufwärtstrend mit der Hoffnung auf einen Durchbruch beim EU-Krisengipfel.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent im Plus bei 8.722 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index rückte ebenfalls 1,57 Prozent auf 749 Punkte vor. Auch die Börsen in Seoul und Hongkong sowie die Aktienmärkte in Taiwan, Singapur und Australien konnten zulegen. Der Euro stieg auf 1,3434 Dollar.

Bei den Einzelwerten musste Olympus einen Teil seiner Gewinne vom Vortag wieder abgeben. Der in einen Bilanzskandal verwickelte Hersteller von Kameras und medizintechnischen Geräten kündigte am Mittwoch an, rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen prüfen zu wollen. Olympus hatte eingeräumt, in den vergangenen Jahren Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe falsch ausgewiesen zu haben. Die Aktie des Unternehmens gab mehr als fünf Prozent nach.

Skepsis verbreitete eine Reuters-Umfrage unter großen japanischen Firmen: Mehr als zwei Drittel der rund 250 beteiligten Konzerne rechnet für die erste Jahreshälfte 2012 mit einer Rezession in Europa. Fast der gleiche Anteil erwartet gleichzeitig weiter steigende Wachstumsraten in Asien. Zudem zeigte sich die Mehrheit besorgt darüber, dass in Japan eine ähnliche Schuldenkrise wie in Europa bevorstehen könnte.

Gewinne gab es auch an anderen asiatischen Börsen: Der chinesische CSI 300 ging mit einem Plus von 0,48 Prozent aus dem Handel, der Hang Seng Index in Hong Kong schloss machte zuletzt 0,96 Prozent gut.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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