Börse Tokio: Investoren in Japan wetten auf Kuroda

Börse Tokio
Investoren in Japan wetten auf Kuroda

Der Nikkei-Index legt mehr als zwei Prozent zu und steigt auf den höchsten Stand seit September 2008. Der Grund: Der Favorit für den Chefposten der Notenbank gilt als Befürworter einer extrem lockeren Geldpolitik.

TokioDie Börse in Tokio hat am Montag deutliche Gewinne verbucht. Als Grund dafür nannten Händler Berichte, dass der derzeitige Chef der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruito Kuroda, als Chef der Notenbank nominiert werden solle.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mehr als 2,4 Prozent höher bei 11.662 Punkten. Damit erreichte das Börsenbarometer den höchsten Stand seit September 2008. Der breiter gefasste Topix-Index stieg im Verlauf um 1,5 Prozent auf 977 Punkte.

Zeitungen und Nachrichtenagenturen berichten, dass der bisherige Chef der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruito Kuroda, neuer Chef der japanischen Notenbank werden soll. Die Personalie solle noch in dieser Woche dem Parlament zur Zustimmung vorgelegt werden, hieß es in mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.

Mit Kuroda scheint eine noch stärkere Lockerung der japanischen Geldpolitik wahrscheinlich. Er ist wie Ministerpräsident Shinzo Abe Befürworter einer solchen Politik. Auch die Zeitungen "Asahi" und das Wirtschaftsblatt "Nikkei" berichten von der bevorstehenden Nominierung Kurodas.

Zu den großen Gewinnern zählten am Montag Exportwerte. Die Anteilscheine von Canon tendierten 1,21 Prozent fester, Toyota -Papiere legten 1,6 Prozent zu, Sony -Aktien verteuerten sich um 2,4 Prozent.

Bereits während seiner Amtszeit als früherer Vize-Finanzminister Japans intervenierte Kuroda aggressiv am Devisenmarkt, um den Yen zu schwächen und damit Japans exportlastige Wirtschaft zu stützen. Dies gilt derzeit an den Märkten auch als Mittel, um die Wirtschaft in Japan anzukurbeln.

Zuletzt hatte Ministerpräsident Abe die Nominierung des neuen Notenbankchefs aufgeschoben und damit Spekulationen über Differenzen in der Regierung ausgelöst. Im Gespräch sind auch der frühere Spitzenbeamte im Finanzministerium, Toshiro Muto, sowie Kazumasa Iwata, Ex-Regierungsvolkswirt und stellvertretender Notenbank-Gouverneur. Die Nachfolge wird nötig, da der gemäßigte Zentralbankchef Masaaki Shirakawa am 19. März abtritt.

Wie eine mit den Überlegungen der Regierung vertraute Person weiter sagte, soll Kikuo Iwata, der sich für ungewöhnliche Schritte zur Lockerung der Geldpolitik stark macht, als ein Stellvertreter von Kuroda nominiert werden. Iwata sagte vor Journalisten, ihm sei der Posten angeboten worden und er wolle annehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
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