Börse Tokio
Investoren setzen auf Konjunkturhilfen in China

Die Anleger in Japan machen sich Sorgen um Spanien und das restliche Europa. Der Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe belastet unter anderem Fluglinien. Der Nikkei-Index dreht ins Plus.
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TokioDie asiatischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstag wieder etwas von ihren jüngsten Verlusten erholt. Vor allem an den Börsen in Shanghai und Hongkong legten die Kurse kräftig zu. Hier hofften die Anleger auf weitere Konjunkturstützen der chinesischen Notenbank, wie Händler erklärten. Die Unsicherheiten wegen der Schuldenkrise in Europa hielten die Gewinne an den übrigen Fernost-Börsen allerdings in Grenzen. Geschürt wurden die Sorgen von den Protesten gegen die Sparpläne in Spanien und Griechenland.

In Tokio drehte der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei im Handelsverlauf ins Plus und schloss 0,5 Prozent fester bei 8949 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,4 Prozent auf 745 Stellen. Der chinesische Leitindex in Shanghai notierte rund drei Prozent höher, nachdem er am Mittwoch belastet von Konjunktursorgen auf dem tiefsten Stand seit Februar 2009 geschlossen hatte. Der Markt in Hongkong stieg um 1,4 Prozent. Auch die Börsen in Seoul, Taiwan, Singapur und Australien verzeichneten Gewinne.

Nachdem die Kurse in Shanghai auf ein Niveau gefallen seien, das Hilfsmaßnahmen der Behörden erwarten ließe, seien Anleger auf Schnäppchenjagd gegangen, sagten Händler. Allerdings lastete weiter die Furcht vor einer Verschärfung der Euro-Schuldenkrise auf dem Markt. Die Proteste in Spanien gegen das neue Sparprogramm der Regierung werfen Händlern zufolge erneut die Frage auf, wie die Euro-Schuldenkrise gelöst werden kann. Zudem gebe es die Sorge, dass die anti-japanische Stimmung in China wegen des Insel-Streits zwischen auf die Ergebnisse japanischer Konzerne durchschlagen könnte.

Auch die Papiere des Autobauers Toyota erholten sich wieder und legten 0,5 Prozent zu. Die Nissan-Aktien hingegen weiteten die kräftigen Vortagsverluste leicht aus. Die beiden Konzerne hatten am Mittwoch mitgeteilt, ihre Produktion in China angesichts der schwächeren Nachfrage infolge des Insel-Streits herunterzufahren.

Die Aktien von Sharp verloren fast vier Prozent. In Kreisen hatte es geheißen, der Konzern könne sich aus seiner verlustbringenden Solarzellen-Produktion in Europa und den USA zurückziehen.

Die Aktien der Spieleentwickler Gree und DeNa verloren mehr als zwölf beziehungsweise gut neun Prozent. Die Wirtschaftszeitung "Nikkei" hatte berichtet, der Telefonanbieter NTT DoCoMo plane ein Spiele-Netzwerk für Smartphones, das mit denen von Gree und DeNa konkurriere.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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