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Italien drückt japanische Aktienkurse

Börse Tokio
Italien drückt japanische Aktienkurse

Mit Verlusten reagieren die japanischen Anleger auf den unklaren Ausgang der Parlamentswahl in Italien. Exportfirmen haben das Nachsehen.
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TokioSorgen über eine politische Blockade in Italien mit Folgen für die gesamte Euro-Zone haben die Tokioter Börse am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt.

Bei der Parlamentswahl hatte kein Lager einen klaren Sieg erringen können. Die meisten Mandate im Abgeordnetenhaus gingen zwar an das für einen Reformkurs eintretende Mitte-Links-Bündnis. In der gleichberechtigten zweiten Kammer, dem Senat, konnte jedoch kein Lager die erforderliche Mehrheit der Sitze erringen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schließt mehr als zwei Prozent tiefer bei 11.399 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,42 Prozent auf 966 Punkte nach. Der MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans sank um 0,95 Prozent. Auch in China dominierten die Sorgen vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise die Stimmung, die Aktien in Hongkong verloren 0,7 Prozent, die Börse in Shanghai 0,5 Prozent.

An der Börse herrsche große Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Italien vor, sagten Händler. "Was die Aktienmärkte am meisten hassen, ist Unklarheit", sagte Toshihiko Matsuno von SMBC Friend Securities. "Es gibt Ängste, dass in Italien schon bald nochmal gewählt werden muss."

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien exportorientierter Unternehmen, die viel Umsatz in der Euro-Zone machen. Die Anteilscheine von Mazda und Toyota tendierten knapp ein Prozent im Minus, Sony -Aktien verloren fast drei Prozent.

Mit einer massiven Protestwahl gegen Wirtschaftsmisere und Korruption haben die Italiener ihr krisengeplagtes Land an den Rand der Unregierbarkeit gebracht. Nach Auszählung annähernd aller Stimmen in der Nacht zum Dienstag erzielte bei der Parlamentswahl in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone kein Lager eine regierungsfähige Mehrheit. Die Märkte reagierten mit deutlichen Kursverlusten. Sorgen vor einem erneuten Aufflammen der Euro-Krise schickten die Gemeinschaftswährung auf Talfahrt.

Zwar eroberte das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani das Abgeordnetenhaus mit einer hauchdünnen Mehrheit von rund 130.000 Stimmen, wie das Innenministerium nach Auswertung der Ergebnisse aus 99 Prozent der Wahllokale bekannt gab. Allerdings deutete sich in der gleichberechtigten zweiten Kammer, dem Senat, ein Patt an.

"Im Moment gibt es eine Diskussion unter den Händlern: Ist das Wahlergebnis in Italien eine Ursache oder eine Ausrede für etwas, was der Markt ohnehin tun wollte? Schließlich waren die Kurse so stark gestiegen, dass eine Korrektur ohnehin anstand", sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets.


Der Yen nahm seine Talfahrt wieder auf, die er am Montag nach der Nominierung der geldpolitischen Taube Haruhiko Kurado als Chef der Bank von Japan unterbrochen hatte. Die japanische Währung gab zum Dollar und zum Euro nach.

Kommentare zu "Italien drückt japanische Aktienkurse"

Alle Kommentare
  • Italien-Chaos ist das Ergebnis des deutsch-französischer Diktates.
    Wir wollen hoffen dass dies als Warnschuss an die deutsch-französische Achse verstanden wird und dass die Zeit wo Deutschland und Frankreich eine für sie günstige Entscheidung im voraus vereinbarten und erst dann den anderen EU-Mitgliedern einfach zum Unterschreiben diktiert haben, endlich und für immer vorbei ist.
    Dieses Verhalten ist auch der Hauptgrund für die heutige Krise, weil durch die getroffene Entscheidungen die schwächere Wirtschaften der EU ungeschützt gegenüber der Stärkeren Wirtschaften waren, was zum Kannibalismus innerhalb der EU geführt hat. Die Industrieproduktion Italiens ist um mehr als 25% seit 2007 gesunken. Daher Leistungsbilanzdefizite, Haushaltsdefizite, Jugendarbeitslosigkeit, Auswanderung und leider auch Selbstmorde in den schwächeren EU-Ländern. Wir erleben, über den permanenten deutscher Leistungsbilanzüberschuss, eine legale Kapitalflucht vom Euroraum ins Nichteuroausland, weil die enorme Gewinne die deutsche Konzerne im Euroraum erwirtschaften meistens ins Nichteuroausland reinvestiert werden.

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