Börse Tokio: Italien wirft erneut Schatten auf den Nikkei

Börse Tokio
Italien wirft erneut Schatten auf den Nikkei

Die Anleger in Japan hoffen zwar auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik, fürchten aber Probleme aus Italien. Die Entwicklung der Aktienmärkte hängt stark an der Währung.
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TokioNach dem Schock der Italien-Wahl hat US-Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch an den Aktienmärkten in Fernost die Wogen wieder etwas geglättet. Bernanke verteidigte vor dem Kongress in Washington die Anleihe-Käufe der Federal Reserve und besänftigte damit Sorgen, die Geldpolitiker könnten angesichts der aufgerissenen Geldschleusen doch kalte Füße bekommen.

Auch unerwartet gute US-Konjunkturdaten hellten die Stimmung auf und ließen den MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans wieder um 0,5 Prozent steigen. Die Börse in Tokio gab dagegen erneut nach.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 1,27 Prozent auf 11.254 Punkte. Das Patt nach der Wahl in Italien hatte bereits am Vortag an den Börsen Furcht vor einem Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise ausgelöst und den Nikkei-Index 2,26 Prozent nach unten rauschen lassen.

"Der japanische Markt hat seit Jahresbeginn besser abgeschnitten als andere Börsen weltweit. Auch wenn ein schwächerer Yen bei japanischen Aktien für Rückenwind gesorgt hat, wurden wir in dieser Woche daran erinnert, dass die Währung Yen immer noch als sicherer Hafen gekauft werden kann, wenn Ängste vor europäischen Schuldenproblemen auftauchen", sagte ein Stratege bei einer europäischen Vermögensverwaltungsfirma. Besonders Exportwerte mussten am Mittwoch daher Federn lassen. Die Anteilscheine von Canon büßten 2,7 Prozent ein, Toyota -Papiere verloren mehr als zwei Prozent.

Für positive Impulse sorgte indes die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in Japan. Kreisen zufolge soll der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruito Kuroda, neuer Chef der japanischen Notenbank werden. Er ist ein Befürworter von Konjunkturspritzen für die schwächelnde Wirtschaft.

Die unklaren Machtverhältnisse nach der Parlamentswahl in Italien setzten auch dem Euro im fernöstlichen Handel weiter zu. Die Gemeinschaftswährung tendierte bei 1,3060 Dollar in der Nähe eines Sieben-Wochen-Tiefs bei 1,3018, das sie nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse markiert hatte. Ein Euro kostete 120,18 Yen. Der Dollar wurde bei 91,99 Yen gehandelt.

Kommentare zu "Italien wirft erneut Schatten auf den Nikkei"

Alle Kommentare
  • @ Ede,
    Man kann die Gleichung auch dadurch erreichen in dem man die Einnahmen erhöht. Dazu müssen die Importe gebremst und die Exporte erhöht werden. Wenn nötig durch Protektionismus. Das Gesetzt des Stärkeren kann und darf zwischen nicht gleichstarken Partnern nicht angewendet werden. Aber das werden Sie als Deutscher kaum verstehen können!

  • Die verklausulierten Vorwürfe bringen das morbide Monstrum auch nicht die Beine. Diese dpa-Renitenz erinnert an die Karikatur des schwitzenden Dickwansts, der vom Sofa seine Mannschaft anfeuert: Nun lauft doch, ihr faulen Säcke! Der Esel war überladen und ist totgeritten, verehrter Protagonist.

  • Der Hauptgrund ist, dass sich die dümmsten Schweine ihren Metzger selber aussuchen.
    Spardiktat. Blödsinn. Jeder weiß, dass man nur soviel Geld ausgeben kann, wie man hat. Alles andere führt zu einer Überschuldung, die in einer Insolvenz ändert. Aber heute will ja jeder alles, weil es auch der andere hat.

  • talien-Chaos ist das Ergebnis des deutsch-französischer Diktates.
    Wir wollen hoffen dass dies als Warnschuss an die deutsch-französische Achse verstanden wird und dass die Zeit wo Deutschland und Frankreich eine für sie günstige Entscheidung im voraus vereinbarten und erst dann den anderen EU-Mitgliedern einfach zum Unterschreiben diktiert haben, endlich und für immer vorbei ist.
    Dieses Verhalten ist auch der Hauptgrund für die heutige Krise, weil durch die getroffene Entscheidungen die schwächere Wirtschaften der EU ungeschützt gegenüber der Stärkeren Wirtschaften waren, was zum Kannibalismus innerhalb der EU geführt hat. Die Industrieproduktion Italiens ist um mehr als 25% seit 2007 gesunken. Daher Leistungsbilanzdefizite, Haushaltsdefizite, Jugendarbeitslosigkeit, Auswanderung und leider auch Selbstmorde in den schwächeren EU-Ländern. Wir erleben, über den permanenten deutscher Leistungsbilanzüberschuss, eine legale Kapitalflucht vom Euroraum ins Nichteuroausland. Dies überwiegend zum Nachteil der kleineren und schwächeren Euro-Wirtschaften.
    Weil die Gewinne die deutsche Konzerne im Euroraum erwirtschaften meistens ins Nichteuroausland reinvestiert werden.

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