Börse Tokio
Japanische Aktien schließen schwach

Der Anflug von Gelassenheit hat die Japaner wieder verlassen. Am Ende ging der japanische Leitindex Nikkei deutlich in die Knie. Auch der Euro und Gold mussten Einbußen hinnehmen.
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Die unsichere politische Lage in Griechenland und damit verbundene Sorgen über den Sparkurs der Euro-Zone haben Asiens Börsen am Mittwoch erneut in Schach gehalten. Der am Dienstag mit der Regierungsbildung beauftragte Chef des radikalen Linksbündnisses, Alexis Tsipras, sorgte für besonderen Unmut an den Märkten. Er erklärte die Zusagen seines Landes zum milliardenschweren Rettungspaket für null und nichtig. Das schürte Befürchtungen, dass der eingeschlagene Weg der Währungsunion nicht weiter verfolgt wird. "So lange die politische Unsicherheit andauert, gilt der Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone in der derzeitigen Form als Risiko", mahnten die Analysten von Bank of America Merrill Lynch. Die Furcht vor einem Chaos in Griechenland hatte zuvor schon die Wall Street belastet. Der Euro blieb unter Druck und fiel auf 1,2972 Dollar. Gold büßt zunehmend seinen Ruf als sicherer Anlagehafen ein und gab nach.


Der Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum ohne Japan fiel um 1,2 Prozent. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,5 Prozent tiefer auf 9045 Punkten, dem tiefsten Stand seit drei Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,4 Prozent auf 765 Zähler. Die Börsen in Hongkong, Shanghai, Seoul, Taiwan und Australien verzeichneten ebenfalls Verluste.


Analysten rechnen damit, dass der Markt bis zum G8-Gipfel Ende nächster Woche unter Druck bleiben wird. "Im Moment sieht keiner einen Ausweg aus dieser Situation, und solange die europäischen Regierungschefs sich nicht auf dem G8-Treffen einigen, bleibt der Markt vorsichtig", sagte Investmentmanager Fumiyuki Nakanishi von SMBC Friend Securites.
Bei den Einzelwerten gehörten wegen des stärkeren Yen Exportfirmen zu den Verlierern. Die Aktien des Kameraherstellers Canon büßten 1,7 Prozent an Wert ein. Olympus sackten 3,4 Prozent ab.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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