Börse Tokio
Japanische Investoren feiern Notenbankchef

Nicht nur Dax und Wall Street, auch die Börse Tokio ist auf Rekordjagd: Heute hat sie den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren erreicht. Grund für den Kurssprung ist vor allem die Bestätigung des neuen Notenbankchefs.
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TokioDie Tokioter Börse ist am Freitag auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren geklettert. Die Anleger freuen sich über die Bestätigung der neuen Notenbank-Führung durch das Parlament. Denn von dieser wird erwartet, dass deren angekündigte aggressive Geldpolitik den Aktienkursen gut tun wird. Besonders profitierten davon Aktien der Exportfirmen, die durch einen schwächeren Yen Wettbewerbsvorteile haben.

Das japanische Parlament hat Haruhiko Kuroda als neuen Gouverneur der Nationalbank bestätigt. Auch seine von der Regierung nominierten zwei Stellvertreter Kikuo Iwata und Hiroshi Nakaso erhielten die Zustimmung des von der Opposition dominierten Oberhauses. Zuvor hatte schon das Unterhaus die drei Kandidaten akzeptiert. Dort hat die Liberaldemokratische Partei von Ministerpräsident Shinzo Abe die Mehrheit.

Kuroda hat angekündigt, im Kampf gegen die Wirtschaftskrise rasch aus allen Rohren zu feuern. Bei seiner Anhörung im Unterhaus machte er deutlich, dass die für 2014 in Aussicht gestellten unbegrenzten Anleihenkäufe unter seiner Ägide vorgezogen werden dürften.

Zugleich will er in den Kauf von Staatstiteln mit längerer Laufzeit einsteigen und so die langfristigen Zinsen drücken. Das Anwerfen der Notenpresse sei nicht ausreichend, um die Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen zu brechen, sagte Kuroda.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit knapp 1,5 Prozent im Plus bei 12.560 Punkten. Dies war der höchste Stand seit September 2008. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,3 Prozent auf 1051 Zähler. Die übrigen asiatischen Börse tendierten uneinheitlich. In Taiwan gab der Leitindex im Handelsverlauf 0,3 Prozent nach, Südkorea schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent. In Hongkong lag der Hang Seng <.HSI> leicht im Plus.

Unter den Exportwerten stiegen Toyota Motor Corp um 1,2 Prozent, Honda Motor um 1,88 Prozent und Nikon Corp um 2,18 Prozent.

Auch an den US-Börsen waren die Anleger in Rekordlaune geblieben. Ermutigende Arbeitsmarktdaten gaben der Wall Street am Donnerstag Rückenwind. Das Marktbarometer Dow Jones ging auf einem neuen Allzeithoch aus dem Handel. Auch in den USA stützt sich die Kursrally seit Jahresbeginn insbesondere auf die lockere Geldpolitik der Notenbank Fed.

In Seoul blickten die Anleger besonders auf die Samsung-Aktie. Sie verzeichnete ein Minus von 2,6 Prozent, nachdem der Elektronikkonzern zuvor sein mit Spannung erwartetes neuestes Smartphone Galaxy S4 vorgestellt hatte. Samsung hat damit den Konkurrenzkampf mit den Amerikanern verschärft.

Zuletzt hatte Apple dabei die Nase etwas vorn: In der weltgrößten Volkswirtschaft verkauften die Südkoreaner im Schlussquartal 2012 erstmals weniger Smartphones als Apple iPhones - und das, obwohl Samsung 400 Millionen Dollar in Telefonwerbung investierte.

Analysten rechnen damit, dass die Südkoreaner allein im ersten Monat mehr als zehn Millionen Smartphones des neuen Modells S4 verkaufen. Beim Vorgänger, der vergangenen Mai auf den Markt kam, hatte Samsung allerdings mit Zulieferproblemen zu kämpfen, die sich auch auf den Absatz auswirkten.

"Nach Gesprächen mit Zulieferern ist klar, dass Samsung bereits viel gemacht hat, um die Lieferkette abzusichern und den Fehler des vergangenen Jahres nicht zu wiederholen", sagte Analyst Lee Seung-woo vom Wertpapierhändler IBK Securities.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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