Börse Tokio
Japanische Notenbank hält Geldpolitik locker

Indien will den Bankensektor und die Währung stützen. Starke Auto-Absatzzahlen heben die Stimmung an vielen Aktienmärkten in Asien. Japans Notenbank hält ihre Geldschleusen offen.
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TokioÜberraschend starke US-Konjunkturdaten und ein Sofortprogramm der indischen Notenbank haben Asiens Aktienmärkte am Donnerstag zu Kursgewinnen verholfen. Der neue indische Notenbankchef Raghuram Rajan kündigte eine Reihe von Maßnahmen an, mit denen der Bankensektor und die Währung gestützt werden sollen. Der Index der indischen Börse legte gut zwei Prozent zu. Begrenzt wurden die Kursgewinne jedoch von der Aussicht auf einen baldigen Ausstieg der US-Notenbank Fed aus der ultralockeren Geldpolitik.

"Starke Auto-Absatzzahlen in den USA haben das Vertrauen der Märkte in die weltweit größte Volkswirtschaft gestärkt, und sie haben auch Erwartungen geschürt, dass die Fed in diesem Monat damit beginnt, ihre Anleihenkäufe zu reduzieren", sagte Isao Kubo von Nissay Asset Management. "Am Markt ist deswegen Vorsicht zu spüren."

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans legte 0,5 Prozent zu. An den meisten Börsen stiegen die Kurse an, besonders in den von der Kapitalflucht betroffenen Schwellenländern Indien und Indonesien. In Japan schloss der Nikkei-Index um 0,08 Prozent fester bei 14.064 Zählern, der breiter gefasste Topix legte 0,13 Prozent zu.

Die japanische Notenbank stockte ihr ohnehin schon gewaltiges Wertpapier-Kaufprogramm nicht weiter auf. Die Währungshüter beurteilten bei ihrem Zinsentscheid zugleich die Aussichten für die Wirtschaft besser.

Japan kämpft derzeit mit allen Mitteln gegen die seit Jahrzehnten andauernde Deflation, also eine Abwärtsspirale aus Preisen, Löhnen und Nachfrage. Auch in Europa ist zunächst kein Ende der lockeren Geldpolitik in Sicht: Experten rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins für eine längere Zeit rekordniedrig bei 0,5 Prozent belässt.

In den USA hellen sich dagegen die Aussichten für die Wirtschaft deutlich auf, und die Währungshüter um Ben Bernanke könnten deswegen schon im September ihr Anleihe-Kaufprogramm etwas reduzieren. So setzten die Autohersteller im August mehr Fahrzeuge ab als erwartet.

Mit Spannung warten Investoren nun auf die Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden. Die Fed achtet bei ihrer Geldpolitik besonders auf die Lage am Arbeitsmarkt. Dort wurden zuletzt mehr neue Jobs geschaffen.

Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der Fed löste in vielen Schwellenländern zuletzt massive Turbulenzen aus. Besonders die Länder wie Indien, die wegen hoher Leistungsbilanzdefizite auf ausländisches Kapital angewiesen sind, gerieten unter Druck. Das ist inzwischen auch Thema beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der sich um die Risiken der US-Geldpolitik sorgt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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