Börse Tokio

Japanische Notenbank hält Geldpolitik locker

Indien will den Bankensektor und die Währung stützen. Starke Auto-Absatzzahlen heben die Stimmung an vielen Aktienmärkten in Asien. Japans Notenbank hält ihre Geldschleusen offen.
Update: 05.09.2013 - 06:17 Uhr Kommentieren
Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Quelle: ap

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

(Foto: ap)

TokioÜberraschend starke US-Konjunkturdaten und ein Sofortprogramm der indischen Notenbank haben Asiens Aktienmärkte am Donnerstag zu Kursgewinnen verholfen. Der neue indische Notenbankchef Raghuram Rajan kündigte eine Reihe von Maßnahmen an, mit denen der Bankensektor und die Währung gestützt werden sollen. Der Index der indischen Börse legte gut zwei Prozent zu. Begrenzt wurden die Kursgewinne jedoch von der Aussicht auf einen baldigen Ausstieg der US-Notenbank Fed aus der ultralockeren Geldpolitik.

"Starke Auto-Absatzzahlen in den USA haben das Vertrauen der Märkte in die weltweit größte Volkswirtschaft gestärkt, und sie haben auch Erwartungen geschürt, dass die Fed in diesem Monat damit beginnt, ihre Anleihenkäufe zu reduzieren", sagte Isao Kubo von Nissay Asset Management. "Am Markt ist deswegen Vorsicht zu spüren."

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans legte 0,5 Prozent zu. An den meisten Börsen stiegen die Kurse an, besonders in den von der Kapitalflucht betroffenen Schwellenländern Indien und Indonesien. In Japan schloss der Nikkei-Index um 0,08 Prozent fester bei 14.064 Zählern, der breiter gefasste Topix legte 0,13 Prozent zu.

Die japanische Notenbank stockte ihr ohnehin schon gewaltiges Wertpapier-Kaufprogramm nicht weiter auf. Die Währungshüter beurteilten bei ihrem Zinsentscheid zugleich die Aussichten für die Wirtschaft besser.

Japan kämpft derzeit mit allen Mitteln gegen die seit Jahrzehnten andauernde Deflation, also eine Abwärtsspirale aus Preisen, Löhnen und Nachfrage. Auch in Europa ist zunächst kein Ende der lockeren Geldpolitik in Sicht: Experten rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins für eine längere Zeit rekordniedrig bei 0,5 Prozent belässt.

In den USA hellen sich dagegen die Aussichten für die Wirtschaft deutlich auf, und die Währungshüter um Ben Bernanke könnten deswegen schon im September ihr Anleihe-Kaufprogramm etwas reduzieren. So setzten die Autohersteller im August mehr Fahrzeuge ab als erwartet.

Mit Spannung warten Investoren nun auf die Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden. Die Fed achtet bei ihrer Geldpolitik besonders auf die Lage am Arbeitsmarkt. Dort wurden zuletzt mehr neue Jobs geschaffen.

Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der Fed löste in vielen Schwellenländern zuletzt massive Turbulenzen aus. Besonders die Länder wie Indien, die wegen hoher Leistungsbilanzdefizite auf ausländisches Kapital angewiesen sind, gerieten unter Druck. Das ist inzwischen auch Thema beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der sich um die Risiken der US-Geldpolitik sorgt.

Mit diesen Aktien verbrennen Anleger Geld

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

+0,74 +3,36%
+22,78€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S
1 von 21

K+S

Auf dem letzten Platz des HDax landet wie im Juli auch in der August-Statistik der Düngemittelspezialist K+S. Seit Wochen wird das Unternehmen ohne eigenes Verschulden kräftig durchgeschüttelt. Der gesamte Markt strudelt, seitdem die einstigen Verbündeten Uralkali (Russland) und Belaruskali (Weißrussland) getrennte Wege gehen. Nach der jüngsten Eskalation durch die Festnahme von Uralkali-Chef Wladislav Baumgertner in Weißrussland dürfte Uralkali an seinem Alleingang festhalten und versuchen, Belaruskali so viele Marktanteile wie möglich abzunehmen, fürchtet Oliver Schwarz vom Analysehaus Warburg Research. Dies werde den Kalipreis drücken und damit auch den deutschen Düngemittelkonzern K+S klar belasten.

Kursentwicklung im August: -28,9 Prozent

CANCOM SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005419105
Börse
L&S

+1,25 +1,69%
+75,02€
Chart von CANCOM SE INHABER-AKTIEN O.N.
Cancom
2 von 21

Cancom

Zweitschlechtester Wert im HDax war der IT-Dienstleister Cancom. Er fiel mit seiner Bilanz in Ungnade. Die Zahlen für das zweite Quartal kamen zwar bei vielen Marktbeobachtern gut an. Auf Missfallen stießen andere Aspekte. Nachdem der Bestand an liquiden Mitteln deutlich gesunken sei, werde nun ein größerer Anteil zum Betriebskapital gezählt, moniert Andreas Wolf vom Analysehaus Warburg Research. Das Potenzial reiche nun nicht mehr für eine Kaufempfehlung aus.

Kursentwicklung im August: -14,5 Prozent

CARL ZEISS MEDITEC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005313704
Börse
L&S

-0,40 -0,75%
+52,48€
Chart von CARL ZEISS MEDITEC AG INHABER-AKTIEN O.N.
Carl Zeiss Meditec
3 von 21

Carl Zeiss Meditec

Auf der Verkaufsliste stand auch das Medizintechnikunternehmen Carl Zeiss Meditec. Die Zahlen fielen durch, und die Perspektiven scheinen trübe. Das dritte Geschäftsquartal sei durchwachsen ausgefallen, schrieb Analyst Holger Fechner von der NordLB in einer Studie vom Dienstag. Trotz der Bestätigung der Geschäftsziele trübten sich die weiteren Wachstumsaussichten aufgrund der derzeitigen Markt- und Wettbewerbssituation ein wenig ein. Das macht auch Analystin Ingeborg Oie von Jefferies Sorgen. Sie rechnet mit kontinuierlich sinkenden Markterwartungen, da die Fortschritte bei der Profitabilität nachließen.

Kursentwicklung im August: -12,9 Prozent

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

-0,51 -1,72%
+29,04€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Lufthansa
4 von 21

Deutsche Lufthansa

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa bemüht sich zwar, den Konzern auf Vordermann zu bringen. Doch die Restrukturierung stelle die Fluggesellschaft vor Herausforderungen, meint Analyst Neil Glynn von der Schweizer Bank Credit Suisse. Das daraus resultierende Potenzial überzeuge aber. Die Lufthansa-Aktie dürfte schon bald wieder im Fokus von Investoren stehen.

Kursentwicklung im August: -12,0 Prozent

LPKF LASER & ELECTRONICS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006450000
Börse
L&S

-0,46 -4,42%
+9,79€
Chart von LPKF LASER & ELECTRONICS AG INHABER-AKTIEN O.N.
LPKF Laser
5 von 21

LPKF Laser

Gute Zahlen können an der Börse böse Folgen haben – wenn Anleger die Chance ergreifen und Gewinne mitnehmen. Das scheint einer der Gründe zu sein, warum die Aktie des Laserelektronik-Spezialisten LPKF Laser im August zweistellig nach unten ging, während sie zuvor permanent nach oben strebte. Nach starken Zahlen zum zweiten Quartal schrieb Analyst Tim Wunderlich von der Privatbank Hauck & Aufhäuser in einer Studie, die aktuelle Bewertung spiegele bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 auf Basis der 2014er-Schätzungen die hohe Wettbewerbsqualität und die attraktiven Wachstumsperspektiven angemessen wider. Investoren sollten nun Gewinne mitnehmen. Solchen Ratschlägen folgten sie denn auch.

Kursentwicklung im August: -11,5 Prozent

DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.

WKN
ISIN
DE0005550636
Börse
L&S

-1,00 -1,26%
+77,65€
Chart von DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.
Drägerwerk
6 von 21

Drägerwerk

Mit seinen Zahlen enttäuschte der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk die Börse. Er habe Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst Christoph Schöndube von Independent Research in einer Studie. Nach vorsichtigen Äußerungen des Konzerns zur Marge senkte er seine Schätzung für den Gewinn je Aktie. Auch Analyst Scott Bardo von der Privatbank Berenberg zeigte sich von den „eher schwachen Resultaten“ enttäuscht. Das obere Ende der Margenziele des Unternehmens sei aber nach wie vor in Reichweite. Kurzfristige Kursrückschläge sollten zum Aufbau von Positionen genutzt werden.

Kursentwicklung im August: -10,0 Prozent

MCKESSON EUROPE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CLS1001
Börse
HAM

0,00 0,00%
0,00€
Chart von MCKESSON EUROPE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Celesio
7 von 21

Celesio

Zahlen waren es auch, die den Kurs des Pharmahändlers Celesio nach unten prügelten. Die Ergebnisse für das erste Halbjahr hätten etwas unter den Markterwartungen gelegen, schrieb Analyst Thorsten Strauß von der NordLB in einer Studie. Offenbar belaste der intensive Rabattwettbewerb stärker und vor allem dauerhafter als bislang erwartet. Börsianer beschäftigt aber auch der überraschende Wechsel an der Führungsspitze. Der habe erneut Spekulationen aufkommen lassen, Großaktionär Haniel werde aus dem Unternehmen aussteigen und Celesio könne in eine Allianz mit einem großen US-Gesundheitskonzern eintreten, erläuterte Strauß. Von derartigen Überlegungen gingen wiederum stabilisierende Einflüsse auf den Kurs aus.

Kursentwicklung im August: -9,8 Prozent

  • rtr
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