Börse Tokio
Japanischer Aktienmarkt fällt auf Jahrestief

Die schlechten Job-Zahlen aus den USA zeigen auch nach dem Wochenende noch ihre Wirkung. Japans Nikkei-Index verliert 1,7 Prozent. Der breiter gefasste Topix liegt so so tief wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr.
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TokioDie Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft hat die Tokioter Börse am Montag klar ins Minus gedrückt. Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag hätten die Anleger zusätzlich verunsichert, sagten Händler. Zu den Sorgen um die Euro-Zone und die chinesische Wirtschaft kämen nun neue Zweifel an der Erholung in den USA hinzu.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent schwächer bei 8295 Punkten. Damit wurden die Tiefstwerte des Jahres aus dem Januar unterboten. Es fehlen nur noch wenige hundert Punkte, um die Tiefpunkte aus den Jahren 2009 und 2003 bei knapp unter 8.000 Zählern zu erreichen. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,9 Prozent auf 695 Zähler und rutschte auf ein Niveau ab, das der Markt seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Auch die übrigen Börsen im asiatisch-pazifischen Raum erlitten kräftige Verluste. So lagen die Märkte in Hongkong, Taiwan, Shanghai, Australien und Seoul deutlich im Minus.

"Die Stimmung am Markt ist sehr schlecht. Daher ist ein weiterer Ausverkauf gut möglich", sagte Analyst Hisao Matsuura vom japanischen Brokerhaus Nomura. Zwar seien die Kurse für einen Wiedereinstieg günstig. Doch wagten sich die Schnäppchenjäger noch nicht aus der Deckung.

Zu den größten Verlierern in Tokio gehörte Canon. Die Papiere des Kamera- und Bürogeräte-Herstellers büßten nach einer Herabstufung durch die US-Bank JP Morgan 4,4 Prozent ein. Schwer traf es auch die Autobauer: Die Aktien von Toyota fielen um 3,7 Prozent. Die Titel des Rivalen Nissan verloren 4,1 Prozent. Honda-Papiere gaben rund vier Prozent nach. Die Aktien des angeschlagenen Chipherstellers Renesas schossen dagegen um mehr als zwölf Prozent in die Höhe, nachdem der Konzern seine Großaktionäre um Hilfe bei der Sanierung gebeten hatte.

Die Sorgen vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung hatten am Freitag bereits die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Die US-Wirtschaft schuf so wenig neue Stellen wie seit einem Jahr nicht mehr, in China erlitt die Industrie einen kräftigen Dämpfer. In Europa sank der Einkaufsmanager-Index für die Euro-Zone und auch die Sorgen über das spanische Bankensystem hielten an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nur knapp über seinem Tagestief mit einem Abschlag von 2,2 Prozent bei 12.118 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 2,5 Prozent nach auf 1278 Zähler. Der Index der technologielastigen Nasdaq verlor 2,8 Prozent auf 2747 Stellen.

Auch der Euro geriet am Montag im frühen Handel wieder unter Druck. Die Gemeinschaftswährung sank auf 1,2406 Dollar nach 1,2432 Dollar im späten US-Handel am Freitag. Nach den enttäuschenden US-Konjunkturdaten vom Freitag konzentrierten sich die Anleger wieder stärker auf die Probleme der Euro-Zone, sagten Analysten. Es gebe aber die Hoffnung am Markt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Zinsentscheidung am Mittwoch neue Maßnahmen zur Stützung des Staatsanleihenmarktes auflegen könnte.

Die Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft hat die Tokioter Börse am Montag tief ins Minus gedrückt. Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag hätten die Anleger zusätzlich verunsichert, sagten Händler. Nun kämen zu den Sorgen um die Euro-Zone und die chinesische Wirtschaft neue Zweifel an der Erholung in den USA hinzu.


Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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