Börse Tokio
Japans Aktien gehen in den Keller

Ein starker Yen ist nicht gut fürs Exportgeschäft - doch das war am Dienstag nur eine Sorge der Anleger an der Börse in Tokio. Dabei hatten die Händler mit einer Erholung zum Jahresbeginn gerechnet.
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TokioDie unerwartete Fortsetzung des Ölpreis-Verfalls und die politische Ungewissheit in Griechenland haben am Dienstag nach der Wall Street auch die meisten Börsen in Asien belastet. Der MSCI-Index der asiatisch-pazifischen Aktien außerhalb Japans verlor am Dienstag fast 1,5 Prozent. In Tokio drückte außerdem der starke Yen die Aktienkurse der Exportunternehmen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beschloss den Handel mit einem Minus von drei Prozent bei 16.883 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,85 Prozent auf 1361 Zähler. Auch fast alle anderen asiatischen Börsen lagen im Minus.

"Eigentlich hatten wir zu Jahresbeginn mit einer Markterholung gerechnet", sagte Hikaru Sato von Daiwa Securities. "Aber der weitere Verfall der Ölpreise war eine böse Überraschung." Der Preis für das US-Öl WTI fiel zeitweise auf unter 50 Dollar je Barrel. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich auf unter 53 Dollar je Fass. Dieser Preisrückgang sei weit stärker, als viele erwartet hätten, sagte Hirokazu Kabeya, Volkswirt bei Daiwa Securities. "Das wird auch die Bilanzen der US-Energieunternehmen belasten."

In Tokio trübte auch der starke Yen die Stimmung, der die Ausfuhren des Landes verteuert. Besonders unter Druck gerieten Exporttitel wie Toyota und Honda, die jeweils um mehr als zwei Prozent nachgaben. Der Yen legte zum Dollar weiter zu. Die US-Währung wurde mit 119 Yen gehandelt. Der Euro kostete 1,1953 Dollar und erholte sich damit leicht.

Für negative Impulse sorgte zudem die neu entfachte Debatte über einen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone ("Grexit"), falls das Land unter einer linken Regierung sein Reformprogramm beendet und den Schuldendienst einstellt.

Am Vortag hatten schon die New Yorker Aktienbörsen auf breiter Front nachgegeben. Vor allem Energiewerte gerieten unter Druck. Zudem macht der starke Dollar den exportlastigen US-Konzernen zu schaffen. Die großen Indizes in New York verloren fast zwei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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