Börse Tokio
Japans Aktien hocken im Rekordtief

Am letzten Handelstags der Woche bewegt sich in Tokio beinahe gar nichts. Den Anlegern fehlt besonders im Blick auf Europa Klarheit. Abermals machen die Aktien von Olympus einen Sprung nach oben.
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TokioDie Börsen in Asien stehen auch zum Wochenausklang unter Druck. Der Nikkei in Tokio verharrte auf dem niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren, den er am Vortag erreicht hatte.

Anleger sorgten sich zunehmend, dass die Schuldenkrise in der Euro-Zone zu einer Kreditklemme führen könnte, falls die Finanzierungskosten außer Kontrolle gerieten. „Der Risikoappetit ist sehr gering und der Angstfaktor sehr hoch“, sagte Analyst Markus Rosgen von Citigroup. Wenn es möglich sei, würden Anleger versuchen, Gewinne mitzunehmen.

Auch ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Italiens neuem Regierungschef Mario Monti und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy überzeugte nicht. Die Regierungschefs betonten zwar ihren Willen, die Schuldenkrise in Europa gemeinsam zu bewältigen. Merkel hielt zur Enttäuschung der Märkte jedoch daran fest, keine Euro-Bonds einführen zu wollen.  

Informationen von Reuters zufolge prüft die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Krisenspirale und eine mögliche Kreditklemme weitere, noch länger laufende Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken. „Es gibt für den Markt im Moment einfach keine Klarheit“, sagte Ryoto Sakagami, Chefstratege bei SMBC Nikko Securities.   

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab am Freitag knapp um 0,1 Prozent auf 8160 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix-Index schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 706 Zähler. Die Märkte in Singapur, Südkorea, Australien, Taiwan, Hongkong und Shanghai verzeichneten Verluste.

Vor allem die Aktien von Autoherstellern und Rohstoffkonzernen machten Abschläge. Kia Motors in Seoul gaben 4,6 Prozent nach. Impulse aus den USA fehlten, da an den US-Börsen wegen des Thanksgiving-Feiertages nicht handelten.   

Bei den Einzelwerten in Japan stach erneut der Kamerahersteller Olympus hervor. Der frühere Präsident des in einen Bilanzskandal verwickelten Unternehmens, Tsuyoshi Kikukawa, und der frühere Vize-Präsident Hisashi Mori gaben ihre Direktoriumsposten am Donnerstag auf. Der Anteilsschein gewann 8,6 Prozent. Entgegen des Trends ging es auch mit den Papieren von Halbleiter-Konzernen aufwärts. Tokyo Electron legten 1,7 Prozent und Ulvac fünf Prozent zu.    

Der Euro geriet in Asien erneut unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel mit 1,3302 Dollar auf ein neues Sieben-Wochen-Tief. Händler nannten die erneute Ablehnung von Euro-Bonds durch die deutsche Bundeskanzlerin als Grund. Deutschland und Frankreich wollen in den kommenden Tagen ein Gesamtpaket zur Stabilisierung der Euro-Zone vorlegen. „Die Enttäuschung, dass man sich mehr mit dem Trivialen beschäftigt, anstatt sich den wichtigen Dingen zu widmen, lässt die Risikobereitschaft sinken“, sagte Chef-Volkswirt Besa Deda von der St. George Bank.

Die Gefahr einer Verschärfung der europäischen Schuldenkrise sei hoch. Zur japanischen Währung wurde ein Euro mit 102,99 Yen gehandelt, der Dollar mit 77,41 Yen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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