Börse Tokio
Japans Aktienmarkt jagt weiter hoch

Der Höhenflug des Nikkei-Index geht weiter. Der japanische Leitindex schwingt sich erneut über die 12.000-Punkte-Marke - diesmal sogar sehr deutlich. Für Optimismus sorgen gute Konjunkturdaten.
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TokioPositive Vorgaben von der Wall Street und starke Konjunkturdaten aus China haben die Börsen in Asien zum Wochenschluss nach oben getrieben. In Tokio trug zudem der schwache Yen dazu bei, dass der Nikkei-Index am Freitag auf dem höchsten Stand seit viereinhalb Jahren aus dem Handel ging.

An der Börse in Japan sind die Kurse über das Niveau gestiegen, auf dem sie am letzten Handelstag vor der Lehman-Pleite standen. Mit Spannung wurden neue Arbeitsmarktzahlen aus den USA erwartet, die als entscheidend für das weitere Vorgehen der US-Notenbank (Fed) gesehen werden. Der Euro zeigte sich zum Dollar praktisch unverändert.

In Japan schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,6 Prozent fester mit 12.283 Punkten, der höchste Schlussstand seit September 2008. Für die Handelswoche lag das Plus bei 5,8 Prozent. Auch die anderen großen asiatischen Märkte wie Hongkong lagen im Plus.

Zu den größten Gewinnern in Japan gehörten Exportwerte, die vom schwachen Yen profitierten. Mazda-Motor -Aktien legten um 5,8 Prozent zu, die Titel von Toyota Motor um 1,6 Prozent. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien ohne Japan legte 0,4 Prozent zu.

Zu der positiven Stimmung trugen Exportdaten aus China bei, die stärker ausfielen als erwartet. Dass die Einfuhren im Februar dagegen schwächer ausfielen als vorhergesagt, erklärten Experten mit Verzerrungen durch das chinesische Neujahrsfest.

"Wir sehen jetzt schon eine Erholung in China", sagte Benjamin Chang von LBN Advisors. "Daher ist es wichtig zu sehen, wie sich das auf die Erholung der Ergebnisse chinesischer Unternehmen auswirkt."

Japanische Konjunkturdaten deuteten am Freitag auf eine moderate Erholung hin. Entgegen ersten Schätzungen schrumpfte die japanische Wirtschaftsleistung im vergangenen Quartal nicht um 0,1 Prozent, sondern blieb die drei Monate bis Ende Dezember unverändert, wie am Freitag aus revidierten Regierungsdaten in Tokio hervorging.

Das japanische Bruttoinlandsprodukt war im zweiten und dritten Quartal etwas zurückgegangen, womit Japan sich in einer leichten Rezession befand. Die neuen Daten zeigen nun, dass die Wirtschaft sich zwar zumindest nach offiziellen Kriterien aus der Rezession befreit hat, doch dürfte eine weitere Erholung vorerst nur moderat ausfallen.

Die chinesischen Exporte sind im Januar und Februar deutlich stärker ausgefallen als erwartet. Die Ausfuhren legten in den ersten beiden Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 23,6 Prozent zu, wie am Freitag aus offiziellen Handelsdaten hervorging.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Plus von 17,6 gerechnet. Die Einfuhren legten dagegen weniger stark zu als erwartet: Die Importe stiegen im Januar und Februar um fünf Prozent. Analysten hatten hier für die zweitgrößte Volkswirtschaft einen Anstieg von zehn Prozent prognostiziert. Wegen Verzerrungen durch das chinesische Neujahrsfest, das im vergangenen Jahr in den Januar fiel und in diesem Jahr in den Februar, betrachten Analysten die Handelsdaten für beide Monate.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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