Börse Tokio
Japans Anleger fürchten Überhitzung

Der Nikkei legt weiter zu - scheitert aber an der Marke von 6800 Punkten. Die Rally im Februar sei so stark ausgefallen, dass einige nun eine Überhitzung des Marktes befürchten.
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Die großzügige Kreditvergabe der Europäischen Zentralbank in dieser Woche hat den asiatischen Börsen am Freitag weiteren Auftrieb beschert. Anleger zeigten sich ermutigt, weil die Geldspritze am Mittwoch die von der Schuldenkrise ausgehende Gefahr für die Weltkonjunktur deutlich gemindert habe. Diese Zuversicht überlagerte wachsende Sorgen über die hohen Ölpreise.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel in Tokio 0,7 Prozent höher bei 9.777 Punkten und verzeichnete dabei den höchsten Schlusskurs seit sieben Monaten. Das Barometer konnte sich jedoch den dritten Tag in Folge nicht über der Schwelle von 9.800 Punkten halten, die der Index im Handelsverlauf bereits überschritten hatte.

Börsianer machten hierfür die wachsende Furcht der Anleger vor einer Kurskorrektur verantwortlich. Die Rally im Februar sei so stark ausgefallen, dass einige nun eine Überhitzung des Marktes befürchteten, sagte Ryota Sakagami von SMBC Nikko Securities. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,8 Prozent auf 837 Zähler zu.

„Die Zentralbanken rund um den Globus fluten die Märkte weltweit mit Liquidität, und dies stachelt Investoren dazu an, Risiken einzugehen“, sagte Tetsuro Ii von Commons Asset Management in Tokio. Gleichzeitig warnte er vor übertriebenem Optimismus. „Die Anleger konzentrieren sich wieder auf Fundamentaldaten und nehmen die Wachstumsaussichten unter die Lupe. In diesem Licht könnte der Anstieg der Ölpreise die Zuversicht dämpfen.“

Besonders gefragt waren in Tokio die Aktien von Immobilien- und Transport-Unternehmen. Bei Autobauern wie Hino Motors und Toyota dagegen strichen Investoren Gewinne ein. Auch die übrigen asiatischen Börsen legten ausnahmslos zu. In Shanghai und Hongkong belief sich das Plus auf mehr als ein Prozent, an den anderen Handelsplätzen fiel es etwas geringer aus.

Für gute Stimmung in China sorgte die Nachricht, dass Großbanken wieder mehr Kredite an ausgewählte Immobilienunternehmen vergeben werden, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu erhöhen. Dies wurde von Anlegern als Hinweis darauf gedeutet, dass die Behörden die Zügel am rigide kontrollierten Immobilienmarkt etwas lockern könnten. Der Euro geriet im asiatischen Handel leicht unter Druck und pendelte um die Marke von 1,33 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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