Börse Tokio: Japans „Bazooka“ treibt die Börse an

Börse Tokio
Japans „Bazooka“ treibt die Börse an

Die aggressive Geldpolitik der japanischen Notenbank wirkt immer noch. Die Tokioter Börse legt am Montag kräftig zu. Exportunternehmen gewinnen am meisten.
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Die aggressive Geldpolitik der japanischen Notenbank hat der Tokioter Börse massiv Auftrieb gegeben. Die Zentralbank begann am Montag mit umfangreichen Käufen japanischer Anleihen mit längeren Laufzeiten. Dies ließ den Yen sinken, was wiederum die Aktienmärkte beflügelte. Der Tokioter Leitindex notierte zeitweise sogar mehr als drei Prozent fester und damit auf dem höchsten Niveau seit August 2008. "Ein schwacher Yen ist gut für die Aktienmärkte, besonders für die Exporteure. Die Bazooka der Notenbank hat auch im heimischen Markt die Nachfrage steigen lassen", sagte Portfoliomanager Yasuo Sakuma.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 2,8 Prozent im Plus bei 13.192 Zählern. Am vergangenen Donnerstag hatte die Bank von Japan radikale Schritte angekündigt, um die Wirtschaft des Landes wieder auf die Beine zu bekommen. Insgesamt will die Bank in weniger als zwei Jahren 1,4 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen. Die Pläne haben den Yen sowie die Renditen der Anleihen auf Rekordtiefstände gedrückt. Am Montag begann die Notenbank mit dem neuen Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen - im Volumen von zunächst einer Billion Yen (rund 10,3 Milliarden Dollar). Die Laufzeiten liegen zwischen fünf und zehn Jahren, zum Teil darüber.
In Tokio profitierten vor allem exportorientierte Werte wie die Aktien des Kameraherstellers Canon, die mehr als drei Prozent zulegten. Auch die Aktien von Autoherstellern legten zu: Honda um 3,7 Prozent und Toyota Motors sogar um mehr als vier Prozent.


In China starteten die Aktienmärkte nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende eher mäßig. Die Börse in Shanghai zählte in Asien mit Abschlägen von zeitweise mehr als einem Prozent zu den größeren Verlieren. Im Verlauf notierte sie 0,8 Prozent schwächer. Grund war Händlern zufolge die Furcht, dass sich die Vogelgrippe ausbreiten könnte. Die südkoreanische Börse gab 0,4 Prozent nach. Der Konflikt mit Nordkorea belastete das Handelsgeschehen. Die USA und der Süden gingen davon aus, dass das Land bis Mittwoch einen weiteren Raketentest unternehmen könnte.
Der Dollar legte zur japanischen Währung um einen ganzen Yen zu auf 98,85 Yen - das war der höchste Stand seit Juni 2009. Der Euro sank in Fernost auf Kurse unter 1,2980 Dollar nach zuletzt rund 1,2995 Dollar.

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