Börse Tokio
Japans Märkte legen weiter zu

Maue Daten aus China belasten die Aktienmärkte in Fernost. Japan kann sich abkoppeln. Dazu trugen auch rückläufige Verbraucherpreise bei. Die Zahlen erhöhen den Druck auf die Notenbank, ihre Geldpolitik zu lockern.
  • 1

TokioMaue Konjunkturdaten aus China haben zum Wochenschluss die asiatischen Börsen belastet. Anleger sahen Sorgen bestätigt, dass der Aufschwung der chinesischen Wirtschaft noch nicht konstant an Fahrt gewonnen habe.

Zudem drückte am Freitag auf die Stimmung, dass die Fronten im US-Haushaltsstreit kurz vor Ablauf der Frist für eine Einigung verhärtet schienen. Ausgaben-Kürzungen über 85 Milliarden Dollar könnten die Wachstumsaussichten für die USA und die Weltwirtschaft gefährden.

Auch die Unsicherheiten über die Regierungsbildung im Schuldenkrisen-Land Italien veranlasste die Investoren, in der Defensive zu bleiben. Die Aussicht auf anhaltende Konjunkturhilfen der Notenbanken stützte die Kurse aber etwas.

Die Tokioter Börse konnte ihre Vortagsgewinne leicht ausbauen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,4 Prozent höher bei 11.606 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte 0,9 Prozent auf 984 Punkte.

Die Anleger setzten darauf, dass die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe mit Unterstützung des designierten Notenbankchefs Haruhiko Kuroda die Notenpresse im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute noch schneller rotieren lassen werde, sagten Händler.

Positiv bewerten Händler auch, dass die Verbraucherpreise in Japan im Januar den dritten Monat in Folge rückläufig waren. Die Kernrate ohne schwankungsanfällige Nahrungsmittelpreise, aber inklusive Energiepreise sank offiziellen Daten vom Freitag zufolge im Jahresvergleich um 0,2 Prozent. Die Daten dürften den Druck auf die japanische Notenbank erhöhen, mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik weiter gegen Deflation und Wirtschaftsflaute vorzugehen.

Von dem erst kürzlich auf zwei Prozent verdoppelten Inflationsziel von zwei Prozent ist Japan nach wie vor weit entfernt. Erst am Donnerstag nominierte Japan mit dem Chef der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruhiko Kuroda, einen Anhänger einer laxen Geldpolitik als neuen Notenbankchef.

Auch die Märkte in Taiwan und Seoul legten zu. Die chinesischen Börsen in Shanghai und Hongkong spwie der MSCI-Index für die Aktien außerhalb Japans gaben dagegen nach. Neue Konjunkturdaten aus der Volkswirtschaft drückten auf die Stimmung. Demnach verlor die chinesische Industrie im Februar an Schwung. Sie wuchs so langsam wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Branche fiel auf 50,1 Punkte von 50,4 Zählern im Januar. Damit lag er leicht unter den Markterwartungen, aber immer noch leicht über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Der private Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC ging endgültigen Daten zufolge auf 50,4 Punkte von 52,3 Zählern im Januar zurück.

Einige Experten führten den Rückgang auf das chinesische Neujahrsfest zurück, das diesmal auf den Februar fiel und viele Bänder stillstehen ließ. Andere mahnten dagegen, die Daten zeigten, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt noch längst nicht zu alter Stärke zurückgefunden habe.

"Zum einen kann man etwas Mut daraus schöpfen, dass die chinesische Wirtschaft im Wachstumsbereich bleibt, andererseits zeigen die Daten, dass der Aufschwung noch lange nicht konstant verläuft und immer wieder von Rückschlägen begeleitet werden dürfte", sagte Analyst Tim Waterer von CMC Markets.

Auf Unternehmensseite litten einige am Vortag kräftig gestiegene Exportwerte in Tokio unter Gewinnmitnahmen. So gaben die Papiere des weltgrößte Autobauers Toyota 0,3 Prozent nach. Die Titel des Elektronikkonzerns Toshiba verloren 0,5 Prozent. Von Spekulationen über eine weitere Lockerung der Geldpolitik profitierten vor allem Immobilienwerte. Der Branchenindex gewann mehr als fünf Prozent.

Der Euro konnte sich in Fernost behaupten. Die Gemeinschaftswährung legte leicht auf 1,3080 Dollar zu nach 1,3056 Dollar am Vorabend in New York. Am Tag zuvor hatte sich der Euro noch deutlich verbilligt. Die instabile politische Lage in Italien und der Haushaltsstreit in den USA werde die Entwicklung des Euro weiter in Schach halten, sagten Händler. Der Dollar notierte zum Yen wenig verändert bei 92,45 Yen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Japans Märkte legen weiter zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Im Nikkei ist im Moment viel spekulatives Kapital.Ob der Anstieg von Dauer ist sei dahingestellt,da er sich streng genommen seit Ende 89 im Abwärtstrend befindet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%