Börse Tokio Kleinanleger in Japan greifen zu

Der Nikkei-Index legt weiter zu und erreicht den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. In diesem Jahr hat das Marktbarometer damit bereits mehr als 55 Prozent zugelegt.
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Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Quelle: ap

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

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TokioDie japanische Börse hat ihren Höhenflug am Donnerstag fortgesetzt. Der Nikkei-Index schloss ein Prozent höher auf 16.174 Punkten und notierte damit so hoch wie seit November 2007 nicht mehr. Der breiter gefasste Topix legte sogar 1,7 Prozent zu auf 1279 Zähler.

Vor allem Kleinanleger deckten sich am Markt ein. Hintergrund ist ein Plan der Regierung, Dividenden und Kapitalerträge aus Aktien und Fondsbeteiligungen für fünf Jahre steuerfrei zu stellen. Damit sollen die Japaner dazu bewegt werden, ihre Ersparnisse hierin anzulegen.

Der Nikkei hat in diesem Jahr bereits 55,6 Prozent gewonnen. Damit zeichnet sich der stärkste Kursanstieg seit 1972 ab. Der japanische Aktienmarkt wird vor allem durch die aggressiven Konjunkturhilfen von Regierung und Notenbank befeuert.

Der Aktienmarkt in Shanghai rutschte dagegen um 1,6 Prozent ab. Investoren sorgten sich dort weiter um die Liquidität am Geldmarkt, nachdem die chinesische Zentralbank am Donnerstag von einer weiteren Geldspritze abgesehen hatte. In Hongkong blieben die Märkte wegen Weihnachten geschlossen. Sie öffnen am Freitag wieder. Die Börse in Seoul ging 0,1 Prozent tiefer aus dem Handel.

An den Devisenmärkten in Fernost kletterte der Dollar zur japanischen Währung auf ein neues Fünf-Jahres-Hoch von 104,85 Yen. Der Euro tendierte wenig verändert mit 1,3683 Dollar.

Die Party an der Börse wird weitergehen
Japan's Nikkei 225 Stock Average closed at a six-year high
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Hauptthema am Markt wird die Fed bleiben

„Kaum etwas dürfte so sehr über den weiteren Verlauf der Aktienmärkte entscheiden wie die zukünftige Politik der US-Notenbank,“ prognostiziert Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe für das Jahr 2014. Das größte Risiko für den Markt stelle ein rascher Ausstieg der Fed aus der ultraexpansiven Geldpolitik dar. Allerdings sei dieser nicht zu erwarten. Dafür sei das Wirtschaftswachstum noch zu schwach.

EZB Zinspause
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Im Zeichen der Politik

Ähnlich sieht dies auch Michael Winkler, Chief Investment Officer der St.Galler Kantonalbank: „Schon das Jahr 2013 hat gezeigt, wie leicht sich die Märkte beeinflussen lassen. Auch 2014 wird im Zeichen der Politik der Notenbanken stehen.“

The headquarters of Deutsche Bank are pictured in Frankfurt
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„Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel“  

Nach Ansicht der Experten von Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. Vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, sagt Asoka Wöhrmann, Geschäftsführer der DeAWM Investment GmbH. Für 2014 rechnen die Analysten noch nicht mit einer restriktiven Geldpolitik der EZB, sondern eher mit einer „Konsolidierung der Bankenlandschaft, die in den USA nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen gilt“.

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities: „2012 und 2013 standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber der Aktienmärkte werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

DAX auf neuem Rekordthoch
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Die Party am Aktienmarkt geht weiter – aber nüchtern

„Steigende Kapitalmarktzinsen und mehr Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank dürften für höhere Volatilität und niedrigere Kursgewinne an den Aktienmärkten sorgen“, schreibt Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe in seinem Kapitalmarktausblick. Insgesamt werde es weiter bergauf gehen, allerdings nicht im zweistelligen Bereich. Angesichts der Rekorde, die Dax und Co. verzeichnet haben, sei nur noch wenig Luft nach oben.

Made in Germany Schriftzug
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Deutschland bleibt Top-Pick in Europa

Wirtschaftlich wird Deutschland in Europa weiter den Ton angeben, prognostiziert Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund. Insgesamt seien deutsche Unternehmen bei Investoren beliebt, weshalb die Kurse weiter steigen dürften. Hauptgrund für die Hausse sei das neue Vertrauen der Anleger in den Aktienmarkt. Allerdings genüge es nicht, einfach alle deutschen Werte zu kaufen. Anleger sollten genau auf die Fundamentaldaten achten, um die besten deutschen Aktien zu finden.

Deutsche Boerse
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Fundamentaldaten werden wichtiger

Auch Matt Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund, geht in seinem Ausblick für 2014 davon aus, dass Anleger verstärkt auf Fundamentaldaten schauen werden. „Im kommenden Jahr dürften vor allem unternehmensspezifische und nicht so sehr makroökonomische Faktoren den Ton angeben.“

Lange haben Anleger nur auf die Notenbanken geschaut. Doch die Geldflut der Zentralbanken gehört mittlerweile zur Normalität.

MDax knackt 14.000er-Marke
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Dax wird den MDax schlagen

Für den MDax sieht das Bankhaus Lampe 2014 keine Wachstumschancen mehr. Der Mittelwerte-Index habe sein Pulver bereits 2013 verschossen und werde deshalb 2014 wohl ein Minus aufweisen. Für den Dax sehen die Experten dagegen ein Jahresendziel von 9.650 Punkten.

  • rtr
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