Börse Tokio
Kleine Verlustserie an Japans Märkten

Die Aktienmärkte in Japan haben bereits den vierten Handelstag in Folge mit Abschlägen beendet. Die Aktie von Sharp zog dagegen an. Anleger hoffen auf Bankenhilfe für den angeschlagenen Elektronikhersteller.
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TokioAn Asiens Aktienmärkten haben sich die Anleger nach schwachen Konjunkturdaten aus den USA und China am Donnerstag zurückgehalten. Zur Vorsicht trug auch der bevorstehende Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag bei.

"Die Stimmung am Markt wird derzeit von dem Tauziehen zwischen Sorgen um die Weltwirtschaft und Unterstützung durch die Notenbanken geprägt", sagte Hirokazu Yuihama, Marktstratege von Daiwa Securities.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,8 Prozent auf 13.694 Punkte. Es war der vierte Handelstag in Folge mit Abschlägen - das hat es seit November nicht mehr gegeben. Viele Anleger wollten sich vor dem langen Wochenende nicht festlegen, sagte Masayuki Doshida, Analyst von Rakuten Securities.

Die japanischen Finanzmärkte bleiben Freitag und Montag wegen Feiertagen geschlossen, der Handel geht erst am Dienstag weiter. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans gab 0,4 Prozent nach.

In den USA läuft die Erholung der Wirtschaft weiter schleppend, was Sorgen um die Weltwirtschaft schürte. Jüngsten Daten zufolge schufen US-Unternehmen so wenige neue Stellen wie seit sieben Monaten nicht mehr, die Bauausgaben gingen zurück, und die Industrie schaffte nur noch ein Mini-Wachstum.

Die maue US-Wirtschaft wiederum wirkt sich auf das Exportgeschäft von China aus. Die Industrie der Volksrepublik des Landes wuchs im April langsamer als noch im März. Die Nachfrageschwäche in Teilen der schuldengeplagten Euro-Zone macht sich zudem bemerkbar.

Hier setzen viele Anleger auf eine Zinssenkung der EZB am Donnerstag. Seit Tagen wird am Finanzmarkt auf einen solchen Schritt spekuliert. Im Vorfeld gab der Euro leicht auf 1,3174 Dollar nach. Die US-Währung konnte sich nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch wieder etwas von ihren jüngsten Verlusten erholen. Die Fed beließ den Leitzins für die größte Volkswirtschaft der Welt bei 0 bis 0,25 Prozent. Auch die Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur gehen in unvermindertem Tempo weiter.

Bei den Einzelwerten standen nach US-Absatzzahlen vor allem Autowerte im Mittelpunkt. Die Aktien von Toyota gaben um gut ein Prozent nach. Der Autobauer hat nur wenige der gerade in den USA gefragten Pick-Ups und Geländewagen im Angebot.

Die Aktien von Sharp legten dagegen fünf Prozent zu, nachdem die Zeitung "Nikkei" berichtet hatte, dass zwei Banken dem angeschlagenen Elektronikhersteller wohl Kredite geben wollen, damit Sharp eine auslaufende Anleihe zurückzahlen kann.

Der angeschlagene Elektronik-Konzern hat Insidern zufolge im vergangenen Geschäftsjahr einen unerwartet hohen Verlust eingefahren. Der Fehlbetrag habe sich auf 500 Milliarden Yen (3,86 Milliarden Euro) summiert, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen zu Reuters. Eigentlich hat das Unternehmen nur ein Minus von 450 Milliarden Yen in Aussicht gestellt.

Die chinesische Industrie ist im April einer Umfrage zufolge langsamer gewachsen als noch im März. Der am Donnerstag veröffentlichte endgültige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC sank auf 50,4 Punkte von 51,6 Punkten im Vormonat und lag damit im Rahmen der ersten Schätzung.

Werte über 50 Punkte zeigen ein Wachstum des Sektors an, Werte darunter ein Schrumpfen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die chinesische Wirtschaft war am Mittwoch veröffentlicht worden und ergab einen Stand von 50,6 Punkten im April nach 50,9 im März.

Volkswirte sahen in den Daten einen Beleg dafür, dass die Erholung in China intakt ist, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt aber noch mit Unwägbarkeiten zu kämpfen hat. Vor allem das Exportgeschäft blieb schwach. Grund ist die fragile Erholung in den USA sowie die Nachfrageschwäche aus Teilen der schuldengeplagten Euro-Zone.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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