Börse Tokio: Konjunkturabkühlung bremst den Nikkei

Börse Tokio
Konjunkturabkühlung bremst den Nikkei

Der Anschlag in Boston belastet auch die asiatischen Aktienmärkte, viele Investoren nehmen vor allem aus Angst vor einer großen Konjunkturabkühlung ihre Gewinne mit. Nikkei und Topix schließen mit Verlusten.
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TokioWeltweit schwächeres Wachstum und die Anschläge beim Boston-Marathon haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag belastet. Investoren trennten sich aus Sorge vor einer Konjunkturabkühlung in China und in den USA von ihren Wertpapieren. Experten sprachen auch von Gewinnmitnahmen nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Wochen.

"Die Risikomärkte sind mit einem Tempo nach oben gestürmt, das nicht zu dem zurückhaltenden Wachstum passt. Deswegen versuchen sie nun, wieder auf ein Niveau zu kommen, das zu den Fundamentaldaten passt", sagte Naohiro Niimura von der Forschungs- und Beratungsfirma Market Risk Advisory in Tokio. "Es ist Zeit, die Gewinne der jüngsten Rallys einzubuchen und Bares zu horten."

Der Nikkei-Index schloss 0,4 Prozent schwächer bei 13.221 Punkten, der breiter gefasste Topix verlor 1,3 Prozent auf 1119 Punkte. In China notierte der Index der Börse Shanghai 0,2 Prozent fester, der Hongkonger Index gab 0,1 Prozent nach. Der Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans notierte leicht im Plus.

Chinas Wirtschaft wuchs im ersten Quartal weniger stark als erwartet. In den USA gab zudem ein Industrie-Index der New Yorker Fed überraschend stark nach. Die weltweit größte Volkswirtschaft könnte damit die ersten Auswirkungen ihres Haushalts-Sparkurses spüren. Die Anschläge in Boston, bei denen mindestens drei Menschen ums Leben kamen, belasteten die US-Börsen am Montag, der S&P 500 gab so stark nach wie seit November nicht mehr.

Der Yen legte im Handelsverlauf kräftig zu, er notierte zum Dollar zeitweise bei 95,67 Yen, notierte später aber wieder etwas schwächer. Der Goldpreis stieg, eine Feinunze kostete 1366 Dollar. Nach den Explosionen in Boston wurden Anleger vorsichtiger und kauften wieder Gold. Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen. Noch am Montag hatte der Preis um acht Prozent nachgegeben.

An der japanischen Börse gehörten die Aktien von Softbank zu den größten Verlierern, sie schlossen fast sieben Prozent schwächer. Das Mobilfunkunternehmen muss um den schon sicher geglaubten Kauf des US-Rivalen Sprint für 20 Milliarden Dollar und den damit verbundenen Eintritt auf den US-Markt fürchten. Der US-Satellitenfernseh-Betreiber Dish legte am Montag eine Gegenofferte für Sprint vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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