Börse Tokio
Konjunkturdaten belasten Asiens Märkte

Die Weltwirtschaft bereitet den Anlegern in ganz Asien Sorgen und die schwachen Aussichten für China drücken zusätzlich auf die Stimmung. Der japanische Leitindex Nikkei schloss mit einem deutlichen Minus.
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TokioEin unerwartet schwaches Wirtschaftswachstum in China hat die Börsen in Asien am Montag belastet. Die Investoren sehen den geringeren Anstieg der Wirtschaftsleistung als Anzeichen dafür, dass die weltweite Erholung an Schwung verliert, zumal auch aus den USA zuletzt enttäuschende Konjunkturdaten gekommen waren.

„Wir haben Verkäufe auf breiter Front, weil die Investoren die Erholung etwas skeptischer beurteilen, welche die Märkte in den vergangenen Monaten beflügelt hat“, sagte Stan Shamu, Marktstratege bei IG Markets in Sydney. „Viele Leute sehen die schwachen Konjunkturdaten aber auch als Entschuldigung dafür, aus dem Markt zu gehen und Gewinne mitzunehmen.“

Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte außerhalb Japans gab 0,9 Prozent nach. Dabei verlor die Börse in Shanghai ein Prozent, die Börse in Hongkong 1,4 Prozent. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 1,55 Prozent im Minus bei 13.275 Punkten, der breiter gefasste Topix 1,27 Prozent schwächer bei 1133 Punkten. Besonders Exportwerte standen auf der Verkaufsliste: Die Aktien von Toyota gaben 2,1 Prozent nach, die Honda-Papiere verloren 1,7 Prozent.

China ist ein besonders wichtiger Absatzmarkt für japanische Unternehmen. Doch zu Jahresbeginn hat sich das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft abgeschwächt, die Wirtschaftsleistung legte verglichen mit dem Vorjahrsquartal nur noch um 7,7 Prozent zu - Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg um acht Prozent gerechnet. Auch die Industrieproduktion schwächelte. Lediglich die Einzelhandelsumsätze stiegen stärker als erwartet.

Auch in den USA, der weltweit größten Volkswirtschaft, blieben Konjunkturdaten zuletzt hintern den Erwartungen zurück. So setzten die Einzelhändler überraschend weniger um. Das schickte den Dollar zeitweise auf Talfahrt. Am Montag legte er zum Yen wieder zu. Die US-Regierung hatte zuvor erklärt, sie werde genau darauf achten, dass die japanische Geldpolitik - wie zugesichert - nicht auf eine Schwächung des Yen abziele.

Die japanische Notenbank hatte zuletzt die Geldschleusen so weit geöffnet wie nie, um dem Land aus der seit Jahrzehnten anhaltenden Abwärtsspirale bei Löhnen und Preisen zu helfen. "So lange die Yen-Schwäche ein Ergebnis der Maßnahmen der japanischen Regierung ist, die Deflation zu bekämpfen, können die USA wenig sagen, weil Japan nicht am Devisenmarkt interveniert, um seine Währung zu schwächen, wie es vielleicht andere Länder tun mögen", sagte Daisuke Karakama von der Mizuho Corporate Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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