Börse Tokio
Konjunktursorgen drücken Nikkei

Der Nikkei ist durch die Weltbank-Konjunkturprognose abgerutscht. Der Konzern Mitsubishi Heavy Industries schwamm durch den geplanten Alstom-Deal mit Siemens gegen den Strom.
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TokioDie asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag aus Sorge vor einer Abschwächung der Weltkonjunktur nachgegeben. Die Weltbank geht davon aus, dass die globale Wirtschaft in diesem Jahr wegen der Ukraine-Krise und des ungewöhnlich harten Winters in den USA um 2,8 Prozent wächst. Zuvor war sie von 3,2 Prozent ausgegangen. Diese Einschätzung drücke auf die Stimmung, sagte Investmentexperte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Andere Händler verwiesen auch auf die wachsende Gewalt im Irak und den anhaltend hohen Ölpreis.

In Tokio schloss der Nikkei 0,6 Prozent tiefer bei 14.973 Punkten. Beim breiter aufgestellten Topix betrug das Minus 0,1 Prozent auf 1237 Stellen. Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan gab 0,3 Prozent nach. Auch an der Wall Street machten die Anleger nach der jüngsten Rekordjagd Kasse: Der Dow-Jones-Index ging mit einem Minus von 0,6 Prozent aus dem Handel.

Gegen den Trend konnten sich in Tokio die Aktien von Mitsubishi Heavy Industries behaupten. Der Konzern erwägt, gemeinsam mit Siemens ein Gebot für den französischen Kraftwerksbauer Alstom abzugeben. Auch das Elektronikunternehmen Hitachi will sich der Offerte eventuell anschließen. Die Mitsubishi-Aktie stieg um 1,3 Prozent, während das Hitachi-Papier rund ein Prozent im Minus tendierte.

Händler erklärten allerdings, die Verluste in Tokio könnten von kurzer Dauer sein, weil Anleger auf Reformen der japanischen Regierung hofften. So will die Regierung die Unternehmenssteuern innerhalb weniger Jahre auf unter 30 Prozent senken, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr.

Am Devisenmarkt machte der Euro etwas Boden gut: Die Gemeinschaftswährung kostete 1,3538 Dollar nach 1,3530 Dollar am Mittwochabend in New York. Der Dollar wurde mit 102,05 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,2175 und zum Dollar mit 0,8996.

Einen Sprung nach oben machte der neuseeländische Dollar. Die Notenbank des Landes hatte die Leitzinsen erhöht und Hoffnungen eine Absage erteilt, dass sie von ihren geldpolitischen Kurs abweicht. Davon wurde viele Investoren überrascht. Der Kiwi-Dollar stieg um 1,3 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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