Börse Tokio
Konjunktursorgen lasten auf Asien-Börsen

Die asiatischen Börsen haben am Donnerstag deutliche Verluste hinnehmen müssen. Vor allem die Furcht vor einer neuen Rezession in den USA lastete auf dem Handel in Fernost. Besonders eine Branche geriet unter Druck.
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TokioDie enttäuschende Umsatzprognose des US-Computerherstellers Dell setzte zudem Technologie-Werte unter Druck. In Japan tat der hohe Yen-Kurs sein übriges, um den Anlegern in dem Exportland die Laune zu verderben. In Tokio verbuchten die Aktienindizes den zweiten Tag in Folge Verluste. Viele Anleger hielten sich auch im Vorfeld neuer Daten zur US-Konjunktur zurück, die im Laufe des Tages erwartet wurden.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,3 Prozent im Minus bei 8943 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,2 Prozent auf 767 Punkte abwärtsging ging es auch an den Börsen in Shanghai , Hongkong , Taiwan und Südkorea . Gegen den Abwärtstrend stemmen konnte sich dagegen der Aktienmarkt in Singapur.

Der Dell-Quartalsbericht hatte bereits am Vorabend die Wall Street belastet. Der Computerhersteller verfehlte die Gewinnerwartungen und rechnet zudem im laufenden Vierteljahr mit einer Umsatzstagnation. Dell-Aktien brachen um gut zehn Prozent ein. Auch in Asien versetzte Dell dem Handel einen kräftigen Dämpfer. Besonders hart traf es den Computerkonzern Acer aus Taiwan, dessen Titel 5,7 Prozent abrutschten.

Auch in Südkorea wurden Technologietitel abgestraft. In Japan traf es vor allem den Chiphersteller Advantest . Die Aktien des Unternehmens gaben 4,3 Prozent nach. Auch Toshiba -Papiere gerieten in den Dell-Sog und schloss 4,5 Prozent leichter.

In Tokio blieb das Handelvolumen wegen der Urlaubszeit in Japan gering. Viele ausländische Anleger warteten ihrerseits auf die US-Daten. Aufschluss über den Zustand der amerikanischen Konjunktur erhofften sie sich von Entwicklung der Verbraucherpreise und den Verkäufen bestehender Eigenheime. Die USA gehören zu den wichtigsten japanischen Exportmärkten.

Gerade diese Handelsverbindung macht den Anlegern in Japan zu schaffen. „Das größte Problem für Investoren ist derzeit der starke Yen“, sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. Eine starke Währung vermindert die Gewinne der japanischen Exportwirtschaft und macht japanische Aktien weniger attraktiv für ausländische Investoren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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