Börse Tokio : Krisenangst belastet Aktien in Asien

Börse Tokio
Krisenangst belastet Aktien in Asien

Der Nikkei-Index ist auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Monaten gefallen. Nur ein Rückgang des Yen verhinderte noch stärkere Verluste. In Thailand legt die Börse nach der Parlamentswahl zu.
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TokioDie Furcht vor einer Krise in den Schwellenländern hat die asiatischen Börsen auch zu Beginn der neuen Woche fest im Griff. Der Währungsverfall und massive Kapitalabfluss in Ländern zuletzt aufstrebenden Ländern wie Brasilien, Südafrika und der Türkei sorgte am Montag weiter für Verunsicherung.

Zudem drückte ein neue Dämpfer für die chinesische Konjunktur auf die Stimmung. Das Wachstum des Dienstleistungssektors war im Januar so langsam wie seit mindestens einem Jahr nicht mehr. Angesichts dieser Risiken blieben viele Anleger vor neuen Wirtschaftsdaten aus den USA und dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag in der Defensive und nahmen Gewinne mit.

An der Börse in Tokio schloss der Leitindex Nikkei zwei Prozent schwächer bei 14.619 Punkten auf dem tiefsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls zwei Prozent auf 1196 Zähler. Auch die Börse in Südkorea gab nach. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien außerhalb Japans fiel um 0,4 Prozent. Die chinesischen Börsen blieben wegen des Neujahrsfestes geschlossen.

Zu den größten Verlierern in Tokio gehörten Schwergewichte wie der Telekomkonzern Softbank. Seine Aktien brachen um mehr als sechs Prozent ein. Händlern zufolge strichen Hedgefonds Gewinne bei dem Unternehmen ein, das im vorigen Jahr im Nikkei die zweitstärksten Kurszuwächse verbuchen konnte.

Auch Finanzwerte gerieten unter Druck. So verloren die Titel der Großbank Mizuho Financial 3,7 Prozent. Weitergehende Kursverluste verhinderte die anhaltende Yen-Schwäche, die Abschläge bei japanischen Exporteuren teilweise eingrenzen konnte. "Außerdem erwarten die meisten Leute starke Ergebnisse von großen japanischen Unternehmen in dieser Woche", sagte Hikaru Sano von Daiwa Securities.

Nach der Parlamentswahl in Thailand hat der dortige Aktienmarkt am Montag zugelegt. Der Leitindex stieg um gut ein Prozent auf 1288 Zähler. Aktienstrategen äußerten sich aber vorsichtig und verwiesen auf handelstechnische Gründe. Teerada Charnyingyong vom Handelshaus Phillip Securiites erläuterte, nach Leerverkäufen deckten sich manche Anleger nun wieder ein. Sie warteten zudem auf Nachrichten zur weiteren politischen Entwicklung.

Bei der Abstimmung kam es unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen zwar nicht zu den befürchteten Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Demonstranten der Opposition störten in ihren Hochburgen aber das umstrittene Votum durch Blockaden, so dass gültige Wahlergebnisse noch lange auf sich warten lassen dürften. Sie wollten ihre Proteste am Montag fortsetzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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