Börse Tokio
Kursrutsch an den Aktienmärkten in Asien

Die japanischen Anleger schauen mit großer Sorge auf die Situation der spanischen Banken. Auch die Lage in Griechenland belastet die Kurse. Der Euro fällt weiter und liegt nun unter 1,27 Dollar.
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TokioIm Sog der europäischen Schuldenkrise geht es an Asiens Börsen weiter steil bergab. Zum Wochenschluss prägten vor allem Sorgen um Spaniens Banken den Handel und zogen insbesondere Finanzwerte nach unten. Hinzu kamen die schwelende Angst vor einem Euro-Austritt Griechenlands sowie schwache Zahlen aus der amerikanischen Wirtschaft. "Es gibt noch keine Lösung des Europa-Problems, und wir hatten sehr enttäuschende US-Daten", sagte Marktstratege Frances Cheung von Credit Agricole CIB in Hongkong am Freitag. "Das alles ist negativ und drückt zusätzlich auf die Stimmung am Markt." Für die US-Industrie gab es am Vortag einen Dämpfer: Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia ging im Mai überraschend zurück.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index drei Prozent tiefer auf 8611 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 2,9 Prozent auf 726 Zähler nach. Die Unsicherheit angesichts der Krise in Europa treibt viele Investoren in den Yen, den sie als relativ sichere Anlage betrachten. Dies wiederum belastet die Aktienkurse exportorientierter Unternehmen, denen ein starker Yen das Auslandsgeschäft erschwert. Nissan-Ppaiere etwa verloren 3,2 Prozent. Die Aktie von Nikon gab 6,2 Prozent nach.

Unter Druck standen auch Finanztitel. So rutschten etwa die Papiere des Brokers Nomura um 5,6 Prozent ab. Die Ratingagentur Moody's stufte 16 spanische Finanzinstitute herab und schürte damit Befürchtungen, die Bankenkrise in dem Euro-Land könnte weiter eskalieren. Hinzu kam ein Medienbericht, wonach Kunden der teilweise verstaatlichten spanischen Sparkasse Bankia allein in der vergangenen Woche über eine Milliarde Euro abgezogen hätten. Das spanische Wirtschaftsministerium dementierte dies allerdings.

Auch an den anderen Börsen in Asien gab es starke Kursverluste. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans fiel um 3,1 Prozent. Besonders stark war der Rückgang in Seoul. Auch an den Handelsplätzen in Australien, Taiwan und Hongkong standen die Indizes tief im Minus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 1,2 Prozent auf 12.442 Punkte nach. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.440 und 12.611 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,5 Prozent auf 1304 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,1 Prozent auf 2813 Punkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ... allerdings werden Sie bei CFD Geschäften nachschusspflichtig. Wenn im Beispiel der EUR sofort erst einmal 2% gegenüber Ihrer Ankerwährung gewinnt, sind durch den 20-fachen Hebel sofort 40% der ursprünglichen Margin (10.000 EUR) verbraucht. Sie müssen jetzt sofort weitere 4.000 EUR nachschießen oder das Geschäft wird zwangsweise durch die Bank liquidiert. Auch dann kann noch eine Nachschusspflicht entstehen: Wenn im Beispiel der EUR mehr als 5% zulegt reichen - logisch - Ihre 5% Margin nicht mehr zur Deckung der Verluste aus und Sie müssen den fehlenden Betrag ausgleichen. Die Bank versucht, solche Situationen zu vermeiden, indem die Positionen sehr frühzeitig, d.h. schon bei leichtem Unterschreiten der 5% Margin, liquidiert werden.
    Im Gegensatz zu Optionen / Optionsscheinen / Zertifikaten ist hier also der mögliche Verlust niemals auf den ursprünglichen Einsatz begrenzt!!!!!
    Zwar gibt es auch entsprechende Angebote, wo die Geschäfte ebenfalls liquidiert werden, der Verlust aber immer auf das Guthaben auf dem CFD-Verrechnungskonto begrenzt bleibt, jedoch wird hier nichts verschenkt. Auf solchen Konten dürfen Sie nur mit deutlich geringeren Hebeln (z.B. 5) arbeiten. Im Beispiel hätte das den 4-fachen ursprünglichen Kapitaleinsatz, also 40.000 EUR bedeutet.
    Die meisten werden aufgrund dieser Risiken von CFDs Abstand nehmen, aber es ist eigentlich nur dann ein Risiko, wenn Sie mit diesen Instrumenten spekulieren ohne die erforderlichen Berechnungen anzustellen.
    Wer wirklich nur sein Vermögen / Einkommen so gegen den Verfall des EUR absichert, gleicht jeden CFD-Verlust bis auf die Finanzierungskosten durch Gewinne des Vermögens (relativ, in der gewählten "sicheren" Währung) aus und bekommt zu günstigen Kosten und ohne ständiges Umschichten ein Instrument, das sich exakt am Börsenkurs der gewählten Währung orientiert.

  • Nur mal so eine Idee:
    Suchen Sie sich einen CFD Broker und machen sich Gedanken, welche Währung im Ggs. zum Euro stabil bleiben soll.
    Vorteile: Sie können mit (z.B., das ist Bank-/Brokerabhängig) 20-fachem Hebel arbeiten, d.h. wenn Sie ein Vermögen von 100.000 und zwei Jahresnettogehälter in zusammen gleicher Höhe gegen den Verlust sichern wollen, reichen zunächst (!!!, Erklärung folgt) 10.000 EUR, die Sie in die Absicherung investieren.
    Im Gegensatz zu Optionen, Optionsscheinen und Zertifkiaten gibt es hier auch keine begrenzten Laufzeiten mit den einhergehenden Zeitwertverlusten wie auch keine eingepreiste implizite Volatilität, die die Kurse schwer vorhersagbar macht und den Privatanleger Risiken (vulgo Preisfeststellungen) aussetzt, deren Zustandekommen er ohne Doktorgrad in der Mathematik kaum nachvollziehen geschweige denn absehen kann. Dafür, und damit kommen wir zu den
    Nachteilen / Risiken: werden Ihnen täglich Finanzierungskosten für die durch den Hebel faktisch von der Bank / dem Broker geliehene Summe belastet. Wenn Sie wie im Beispiel 200.000 EUR für 2 Jahre absichern wollen und dafür einen 2-fachen Hebel beanspruchen, sind das bei 6,5% eff. etwa 25.000 EUR, die Sie alleine deshalb verlieren, also das 2,5-fache Ihres ursprünglichen Einsatzes. Das relativiert sich wiederum mit dem Hebel: Wenn Sie Recht behalten und der EUR gegenüber der Absicherungswährung pro Jahr 0,32% verliert, sind damit die Finanzierungskosten gedeckt und nur diese 0,32% jährlicher Verlust sind für Ihr Vermögen und Einkommen nicht abgesichert.
    Haben Sie unrecht, d.h. steigt der EUR gegen die Vergleichswährung, sind Ihnen die Finanzierungskosten natürlich auch entstanden. Daneben auch...
    Kursverluste: Zwar werden Verluste in dem Absicherungsgeschäft stets durch Gewinne des abgesicherten Vermögens/Einkommens in der gewählten Ankerwährung ausgeglichen, wenn Sie den Einsatz über den Hebel korrekt berechnet haben, (Forstsetzung folgt...)

  • Da würde ich dir empfehlen, mach ein Schweizer Bankkonto auf, überweis dein Geld dorthin und irgendwann machst du einen kleinen Urlaub da und nimmst es mit.

    Nur Sei gewarnt: die Schweizer haben sich nach unten leider an den Euro gekoppelt. Sind also voll mit dabei, wenn es nach Unten geht.

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